In vielen Wohngebieten Bremens wird mangelndes Umweltbewusstsein der Bewohner beklagt. Zu den auftretenden Problemen gehören z.B. Verschmutzung des Wohnumfeldes, Schimmel in Wohnungen und wenig bewusster Umgang mit Wasser und Energie. Gleichzeitig werden klassische Beratungsstellen wie die Umweltberatung oder die Verbraucherzentrale in diesen Stadtteilen kaum wahrgenommen oder genutzt.
Grund genug für ein Kooperationsprojekt der Bremer Umwelt Beratung mit der WaBeQ, der Bremer Volkshochschule West und dem Quartiermanagement und gefördert aus Mitteln des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr sowie "Wohnen in Nachbarschaften" (WiN). Unter dem Titel "Etwas für die Umwelt tun – Ich bin dabei!" startete das Projekt im Mai 2011 im Stadtteil Gröpelingen. Das Ziel: das Umweltbewusstsein bei Bewohnerinnen und Bewohnern in sozial benachteiligten Quartieren zu entwickeln.
Der Schlüssel zu den Bewohnern im Stadtteil, die sonst für Umweltthemen schwer erreichbar sind, liegt in einigen der Bewohnerinnen und Bewohner selbst. Sieben Frauen und Männer aus verschiedenen sozialen Situationen und Kulturkreisen wurden im Mai und Juni 2011 zu Umweltlotsen ausgebildet. Die Schulungsthemen decken ein breites Spektrum ab und reichen von Strom und Wasser sparen, umweltfreundlichen Putzen und Reinigen über richtiges Heizen und Lüften, Vermeidung von Schimmel bis zur Abfallentsorgung. Mit einem Kommunikationstraining wurde die inhaltliche Schulung ergänzt.
Wer also die Nebenkosten senken will und in Gröpelingen wohnt hat Glück! Denn nach der Schulung haben die Umweltlotsen mittlerweile ihre kostenlose Beratung für private Haushalte aufgenommen. Sie informieren Mieter in den Wohnanlagen, in Kursen, Projekten und Bewohnertreffs zu Umweltfragen und geben das Gelernte weiter. Die Umweltlotsen kommen auf Anforderung in den Haushalt und zeigen zum Beispiel wie auch ohne
Investitionen, Energie und Geld gespart werden können. Im Durchschnitt kann zum Beispiel jeder Haushalt 15 bis 20 Prozent Strom einsparen und die Haushaltskasse kräftig entlasten. Aber auch zu den anderen Themen rund um Energie, Haushalt und gesundes Wohnen geben die Umweltlotsen wertvolle Tipps und Tricks weiter. Sie werden dabei fachlich begleitet und bekommen eine Aufwandentschädigung für die Beratungen.
Ein Clou: neben Deutsch kann die Beratung auch in türkischer oder albanischer Sprache erfolgen. So bekommen Menschen unterschiedlicher Herkunft praxisnah und verständlich Umweltwissen vermittelt und profitieren von der Beratung.
Damit auch nach Auslaufen des Projekts die kostenlose Beratung durch die Umweltlotsen weiter gehen kann, suchen die Bremer Umwelt Beratung und ihre Projektpartner verstärkt nach Kooperationsmöglichkeiten zum Beispiel mit Wohnungsbaugesellschaften.
Sie wohnen in Gröpelingen und möchten beraten werden?
Der Projektzeitraum läuft Ende Februar 2012 aus. Wir bemühen uns intensiv darum, weitere kostenlose Beratungen anzubieten.
Wenn Sie also Interesse haben, fragen Sie uns gern telefonisch oder per E-Mail an, ob die kostenlose Beratung weiterhin möglich ist.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 10.02.2012