In Flüssen und im Grundwasser werden immer mehr Medikamente nachgewiesen. Wie die Pharmastoffe in die Umwelt gelangen, haben das Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Uni Freiburg und das Technologiezentrum Karlsruhe untersucht. Das mengenmäßig größte Problem sind demnach Blutdrucksenker, Antidiabetika, Psychopharmaka und durchblutungsfördernde Mittel. Ein Drittel der Stoffe kommt ins Abwasser, weil Verbraucher die Arzneimittelreste ins Klo schütten.
Werden Medikamente nicht mehr benötigt oder ist ihre Haltbarkeit abgelaufen, so müssen sie ordnungsgemäß entsorgt werden. Der sicherste Weg ist die kostenlose Abgabe in Apotheken. Seit bundesweit die Deponierung von Müll nicht mehr zulässig ist, können Medikamentenreste aber auch in den Hausmüll wandern. Die Müllverbrennungsanlagen sorgen für eine problemlose Entsorgung. Zu beachten ist jedoch, dass die bunten Pillen in der Mülltonne nicht in fremde Hände geraten dürfen. Für Kinder oder Haustiere könnte das fatale Folgen haben.
Ungenutzte Restbestände ließen sich vermeiden, wenn es auch in Deutschland erlaubt würde, Tabletten in geringer Stückzahl zu verkaufen. Wer nur drei Pillen benötigt, bräuchte dann keine Zehnerpackung zu kaufen.
Zwei Drittel der Medikamente im Abwasser gelangen jedoch fast unvermeidbar dort hinein – nämlich nach Ausscheidung aus dem menschlichen Körper. In den Kläranlagen wird nur ein Teil der Stoffe abgebaut, andere bleiben erhalten. Röntgenkontrastmittel zum Beispiel sind so stabil, dass sie aus dem menschlichen Körper unverändert ins Abwasser gelangen und auch in der Kläranlage nicht abgebaut werden. Da helfen nur Aktivkohlefilter, die aber bislang nur wenige Kläranlagen haben. Auch Antibiotika werden zu 70 Prozent vom Menschen unverändert ausgeschieden.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 14.12.2011