Das klingt sehr umweltfreundlich: Kunststoffe aus pflanzlichen Rohstoffen herstellen, als Verpackung verwenden und anschließend kompostieren. Diese Bio-Kunststoffe werden als ökologische Alternative zu herkömmlichen Kunststoffen auf Erdölbasis beworben und für die Verpackung kurzlebiger Produkte wie frischer Lebensmittel eingesetzt. Auch als Beutel für Bioabfälle werden sie verkauft. Solche biologisch abbaubaren Werkstoffe (BAW) sollen CO2-neutral und damit klimafreundlich sein.
Um die Umweltbelastung einer Verpackung festzustellen, muss ihr gesamter Lebensweg betrachtet werden. Angefangen vom Anbau der Rohstoffe, den Energieeinsatz über Transporte bis zur Entsorgung. Verpackungen aus Bioplastik werden zumeist aus Stärke von Mais, Weizen oder Kartoffeln, aus Milchsäure oder Cellulose (Holz) hergestellt. Damit sich der Anbau der Pflanzen rechnet, müssen große Flächen intensiv bewirtschaftet werden. Die notwendige Düngung belastet Grundwasser und Boden und durch den Energieeinsatz zusätzlich das Klima. Abbaubare Kunststoffe auf Milchsäurebasis wird in den USA hergestellt und importiert, da es in Europa keine Produktion gibt. Als Rohstoff dient Mais, der in den USA fast ausschließlich als gentechnisch veränderte Sorte wächst. Die Verwendung dieses Kunststoffs fördert daher den Genmaisanbau, der in Europa verboten ist.
Den Nutzen kompostierbarer Becher hat das Öko-Institut in einer vergleichenden Studie berechnet. Demnach sind die Auswirkungen der Entsorgung gering im Vergleich zur Herstellung der Becher. Die Kompostierbarkeit selbst führt nicht zu einem Umweltvorteil, da bei der Rotte kein wertvoller Düngerbestandteil sondern nur CO2 und Wasser entstehen.
Auch in den Kompostwerken zeigen sich Probleme. Die Bio-Verpackungen sind in der Sortieranlage nicht von herkömmlichen Kunststoffen zu unterscheiden und werden als Fremdstoff aussortiert. Zudem bauen sie sich zumeist nicht schnell genug ab und sind teilweise im fertigen Kompost als unerwünschter Anteil enthalten. Daher gehören Bio-Kunststoffe in den Restmüll.
Der Ersatz eines Einwegproduktes aus Erdöl durch eines auf Pflanzenbasis bietet bislang keine Umweltvorteile. Abfallvermeidung und die Verwendung von Mehrweggebinden dagegen sind klimafreundliche Alternativen.
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetBiokunststoffverpackungen, Nachwachsende Rohstoffe
nach oben Zuletzt aktualisiert am 16.02.2012