Wenn bei einer Feier die Korken knallen oder auch nur mal ein Gläschen Wein getrunken wird, bleiben außer leeren Flaschen auch Korken zurück. Allein in Deutschland fallen auf diese Weise viele Millionen Stöpsel an. Sie sind zwar für eine nur einmalige Nutzung und für den Hausmüll viel zu schade jedoch zu klein für die Wertstoffsammlung.
Die wirtschaftlich nutzbaren Korkeichen wachsen im westlichen Mittelmeerraum. Von der Neupflanzung bis zur ersten Ernte vergehen 25 Jahre. Erst nach neun Jahren dürfen die Stämme erneut geschält werden, weil eine häufigere Ernte den Bäumen schadet. Eine Übernutzung aufgrund steigender Preise bedroht deshalb die jahrhundertealte Korkeichenkultur. Darum ist die Verwertung gebrauchter Flaschenkorken ein verantwortungsvoller Umgang mit einem wertvollen Naturmaterial.
Kork dämpft Stöße, isoliert und dichtet und kann aufgrund seiner Eigenschaften vielfältig als Baustoff und Ausstattungsmaterial eingesetzt werden. So ist beispielsweise geschroteter Kork als lose Schüttung ein baubiologisch wertvoller Dämmstoff zur Wärme- und Schallisolierung im ökologischen Hausbau. Dieses Granulat kann auch durch Recycling aus dem Einweg-Produkt Flaschenkorken gewonnen werden, die auf diese Weise eine sinnvolle Verwendung finden.
Bundesweit gibt es Sammelstellen für Flaschenkorken von verschiedenen Organisationen. Solche langfristigen Aktionen verknüpfen ökologische (Müllvermeidung, Müllverwertung) mit sozialen Aspekten (Schaffung von Arbeitsplätzen oder Naturschutzprojekten).
Die Sammlung von Flaschenkorken verkleinert die Mülldeponien um ein schwer verrottendes Naturprodukt, welches nur sehr langsam nachwächst und ohne weitere Umweltbelastung zu einem neuen Produkt verarbeitet wird. Mitmachen ist einfach und mehrfach nützlich.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 16.05.2007