Keramische Mineralfasern sind künstlich hergestellte Fasern, die aus ungerichteten glasigen (Silikat-)fasern bestehen. Aufgrund ihrer hohen Temperaturstabilität werden diese Fasern insbesondere zur Wärmeisolierung eingesetzt. Seit 1997 sind Keramikfasern in der Europäischen Union als krebserregende Stoffe der Kategorie 2 ("Auslösung von Krebs in Tierversuchen nachgewiesen")eingestuft. Die Einstufung war Anlass dafür, die Abgabe von keramischen Mineralfasern mit einem Massengehalt von mehr als 0,1 % an den privaten Endverbraucher europaweit zu verbieten.
In einem ersten Schritt geht es dabei um den Einsatz von Keramikfasern in verbrauchernahen Produkten wie Dämmstoffen und technischen Isolierungen im Hochbau, in Elektrogeräten, in bestimmten Heizungsanlagen und in PKW-Bremsbelägen. Für diese Anwendungen stehen bereits heute weniger gefährliche Ersatzstoffe zur Verfügung. Für eine entsprechende Verordnung will sich die Bundesregierung von der EU-Kommission grünes Licht geben lassen.
Ein weiteres Problem sind Abgaskatalysatoren. Auch sie enthalten keramische Mineralfasern. Aus zumindest einem Teil der Katalysatoren entweichen die problematischen Mineralfasern. Die Zulieferer aus der Keramikfaser-Industrie suchen eifrig nach Ersatzstoffen, die ebenfalls elastisch und hitzefest sind. Noch aber haben sie keinen gleichwertigen Stoff gefunden. Dafür steigt der Anteil an Ganzmetall-Katalysatoren, die keinerlei Fasermatten benötigen. Bislang war die Keramik-Version preiswerter als die Ganzmetall-Ausführung. Doch mit steigender Stückzahl kann sich das ändern. Auch technisch bieten die Metallkatalysatoren einige Vorteile. Sie heizen sich schneller auf und erreichen damit eher die notwendige Betriebstemperatur zur Abgasreinigung. Außerdem vertragen sie höhere Abgastemperaturen und sind weniger bruchempfindlich.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 26.03.2007