Seit den 50er Jahren werden hocharomatische Öle (HA-Öle), die ein Nebenprodukt der Ölraffination sind, als Weichmacher in der Reifenlauffläche von Sommerreifen eingesetzt. Sie machen den Reifen geschmeidig und verbessern die Haftung, erhöhen die Abriebfestigkeit und senken den Rollwiderstand. Aus chemischer Sicht sind diese Öle ideal, aus ökologischer Perspektive dagegen nicht.
Das Problem sind die in den HA-Ölen enthaltenen polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen (PAK), die als krebserregend eingestuft werden. Die EU-Kommission plant daher die Verbannung von PAK aus Reifen bis Ende 2008. Auch das Umweltbundesamt drängt auf schnellstmöglichen Verzicht, da nach einer aktuellen Studie drei bis fünf Prozent der PAK-Belastung in Städten auf Reifenabrieb zurückzuführen ist. Die langlebigen Polyaromatischen Verbindungen werden in der Natur kaum abgebaut und gelangen mit den Luftemissionen in die Gewässer und schließlich in das Trinkwasser.
Dem finnischen Reifenhersteller Nokian ist es als erstem Hersteller gelungen, die schädlichen HA-Öle durch ungefährlichere niedrigaromatische Öle zu ersetzen. Bis Jahresende 2004 soll die gesamte Produktpalette umgestellt sein. Neu daran ist, dass jetzt auch Reifen der Geschwindigkeitsklasse H (bis 210 km/h) mit der unbedenklichen Gummimischung hergestellt werden können. Gewöhnlich lässt der Griff von leistungsstarken Reifen bei kühlen Temperaturen nach. Das soll nicht zum Rasen animieren, bietet aber eine hohe Sicherheitsreserve bei Nassgriff, Bremsweg und Richtungsstabilität. Auch das Reifengeräusch konnte bei den neuen Reifentypen mit Hilfe verschiedener Lösungen gedämpft werden. Sowohl das Innenraum- als auch das Vorbeifahrgeräusch ist daher leise und angenehm.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 26.03.2007