Risse und Fugen im Mauerwerk treten praktisch bei jedem Gebäude auf. In trockenen Bereichen wird da gerne zur Kartusche mit Acrylfugenmasse gegriffen, versprechen doch die Hersteller eine glatte, überstreichbare und dauerhafte Füllung der Fehlstellen.
Acrylfugenmassen bestehen aus einer Acrylatdispersion mit einem Kunststoffanteil von 15 bis 35 Prozent. Dazu kommen Füllstoffe, 15 bis 20 Prozent Wasser, Weichmacher, weitere Hilfsstoffe und Konservierungsmittel. Die Masse wird in die Fuge eingespritzt. Um an den Fugenseiten gut haften zu können, müssen die Ränder sauber, staub- und fettfrei sein. Nur so kann die Lücke sicher verschlossen werden. Während der Trocknungszeit von mehreren Wochen verdunstet das Wasser und die Acryldichtstoffe schrumpfen. Die Bewährungsprobe kommt, wenn sich die Materialien durch Temperatureinfluss unterschiedlich stark dehnen. Häufig kommt es dann zu neuen Spalten zwischen Mauerwerk und Fugenmasse. Auch Anstriche auf der Fuge zeigen häufig Risse, weil sich die Fugenmasse deutlich stärker dehnen kann als eine Farbschicht.
Die Zeitschrift Öko-Test hat 15 Acryldichtmassen auf Schadstoffe und Praxiseigenschaften untersucht. Dabei wurden zehn Produkte mit mangelhaft oder ungenügend beurteilt, nur drei schnitten mit gut ab. Unter den Inhaltsstoffen sind die großen Mengen enthaltener Weichmacher das Hauptproblem. Sie stehen im Verdacht hormonähnlich zu wirken. Auch für manche Allergiker problematische Konservierungsmittel sind in den meisten Rezepturen zu finden. Ein Hinweis zur Konservierung fehlt jedoch auf den Verpackungen. Auch im Praxistest konnten einige Produkte nicht überzeugen. Teilweise lag die Schrumpfung über dem zulässigen Wert von 25 Prozent. Manchmal haftete die Masse nicht dauerhaft oder konnte eine definierte Dehnung des Mauerwerks nicht mitmachen und riss.
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetÖko-Test, Heft 9/2007
nach oben Zuletzt aktualisiert am 19.12.2011