
Die in den Klebstoffen für Bodenbeläge enthaltenen organischen Lösemittel sowie Weichmacher und andere Inhaltsstoffe können Umwelt und Gesundheit belasten. Dies ist besonders problematisch, weil solche Kleber in Innenräumen eingesetzt und darüber hinaus sehr großflächig verarbeitet werden. Die Folgen können unter anderem Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen sowie als störend empfundene Geruchswahrnehmungen sein.
Die von der deutschen Klebstoffindustrie in den letzten Jahren erreichte Umstellung von lösemittelbasierten Klebstoffen auf wässrige Systeme hat bereits zu einer deutlichen Reduzierung der Innenraumbelastungen mit Lösemitteln geführt. Inzwischen sind Klebstoffe für Bodenbeläge auf dem Markt, die als emissionsarm bezeichnet werden können. Diese Produkte sind bislang äußerlich nicht von herkömmlichen Dispersionsklebstoffen unterscheidbar.
Seit fast einem Jahr (2003) gibt es den Blauen Engel (RAL-UZ 113) für emissionsarme Bodenbelagsklebstoffe und andere Verlegewerkstoffe. Bisher tragen nur vier Kleber des Herstellers Wulff den Blauen Engel. Da das Umweltzeichen nur auf Antrag der Hersteller vergeben wird, können durchaus auch andere auf dem Markt befindliche Produkte die Kriterien erfüllen. Doch selbst wer das Kleingedruckte aufmerksam liest, hat es nicht einfach, einen umweltfreundlichen Kleber zu kaufen. Zulässige Aussagen sind zum Beispiel "lösemittelfrei nach TRGS 610" oder "frei von Konservierungsmitteln". Diese Texte dürften auch auf Gebinden mit Blauem Engel stehen. "Nicht giftig" oder "nicht gesundheitsschädlich" sind jedoch verharmlosende Werbeaussagen. Wichtig auf dem Gebinde sind auch deutliche Hinweise auf das technische Merkblatt und eine Telefonnummer des Herstellers, unter der der Verbraucher weitere Informationen einholen kann.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 16.05.2007