
Heimwerker kaufen vor allem wasserbasierte Lacke ein, sogenannte Dispersionslacke. Von ihnen geht kaum eine Geruchsbelästigung aus. Sie gelten als schadstoffärmer, umweltfreundlicher und beim Verdünnen und Reinigen kann man Wasser statt stinkendem Terpentin nehmen. Ganz ohne Lösemittel kommen diese Farben zwar auch nicht aus, doch der Anteil liegt in der Regel unter zehn Prozent.
Sowohl Öko-Test als auch Stiftung Warentest haben in den letzten Wochen dazu aktuelle Tests veröffentlicht (Juni/Juli 2011). Traditionell geht es Öko-Test dabei mehr um die Inhaltsstoffe und Stiftung Warentest vorwiegend um Anstricheigenschaften, Verarbeitungshinweise und Witterungsbeständigkeit. Auch wenn es wieder einige gegensätzliche Urteile gibt, die umweltfreundlichen Testsieger halten auch dem Praxistest stand. Neben Alpina haben unter anderem auch viele preisgünstige Baumarktmarken gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt.
Besonders bei den Naturfarbenherstellern scheiden sich die Geister. Die Inhaltsstoffe sind meist akzeptabel, doch bei der Deckkraft mangelt es. Umgekehrt sieht es häufig bei Herstellern aus, die die Profis beliefern. Dort wird gerne auf eine ausreichende Deklaration der Inhaltsstoffe verzichtet. Selbst so problematische Stoffe wie Isothiazolinone, die ein besonders hohes sensibilisierendes Potenzial haben, erscheinen nicht auf dem Etikett.
Der Blaue Engel für emissions- und schadstoffarme Lacke hilft leider nicht immer bei der Kaufentscheidung. Bis Ende 2011 sollen alle gekennzeichneten Produkte nach neuen Richtlinien geprüft worden sein. Derzeit findet man in den Regalen nur "alte" Blaue Engel. Groß ist der Unterschied laut Öko-Test aber nicht. Gerade bei den problematischen flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) ist der Engel nicht streng genug.
Mit der der zweiten Stufe, die 2010 in Kraft getreten ist, wurden die Grenzwerte für Lösungsmittel noch einmal verschärft. Auch für die die flüchtigen VOCs setzt die Richtlinie Grenzen. Manche flüchtigen organischen Verbindungen bereiten allerdings schon in sehr kleinen Gehalten Probleme, etwa weil sie als krebserregend eingestuft sind wie der aromatische Kohlenwasserstoff Benzol.
Auch Farben und Lacke im Handwerk enthalten Dank der Richtlinie weniger flüchtige organische Verbindungen (VOC). Um den Eintrag von VOC in die Umwelt zu mindern, wird deren Gehalt in Bautenanstrichen (Farben und Lacke für Bauwerke) und Produkten der Fahrzeugreparaturlackierung durch Festlegung von Höchstwerten begrenzt. Zudem wird ein Wechsel von lösemittelbasierenden Farben und Lacken hin zu wasserbasierenden Farben und Lacken unterstützt. Diesem Ziel dient die Lösemittel-Verordnung. VOC führen in Verbindung mit Stickoxiden und ultravioletter Strahlung zur Bildung von bodennahem Ozon.
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetÖko-Test, Heft 07/2011
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetStiftung Warentest, Heft 06/2011
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetUmweltzeichen Blauer Engel
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetNatureplus
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nach oben Zuletzt aktualisiert am 14.12.2011