Linoleum ist der einzige elastische Bodenbelag, der zu einem hohen Anteil aus nachwachsenden Rohstoffen besteht und baubiologisch unbedenklich ist. Man mixt vier Teile Leinöl mit einem Teil Baumharzen, fügt Trockenstoffe hinzu und lässt die Masse oxidieren und verdicken. Dieser so genannte Linoleumzement wird mit Füllstoffen wie Holzmehl, Korkmehl, Kalksteinpulver und Farbpigmenten vermischt und auf ein Gewebe aus Jute aufgezogen. Die Bahnen müssen in Reifekammern vier bis sechs Wochen bei 60 bis 80 Grad aushärten. So lange braucht das Leinöl, bis seine Oxidation abgeschlossen ist.
Durch seine natürlichen Bestandteile ist Linoleum selbst weitgehend frei von Formaldehyd, giftigen Lösemitteln, Weichmachern, Farbstoffen und gesundheitsschädlichen Schwermetallen. Lediglich an der Versiegelung scheiden sich die Geister. Große Hersteller bestehen auf einer "Veredelung" mit einer hauchdünnen Acrylatschicht. Die kann jedoch auch nachträglich entfernt werden. Alternative Hersteller propagieren die Pflege mit natürlichem Hartwachs. Die Zeiten von klassischem Bohnerwachs, das den typischen Geruch in Amtsfluren verursachte, sind vorbei. Einen zusätzlichen Vorteil haben Wissenschaftler der Technischen Universität Stuttgart experimentell nachgewiesen: Der natürliche Belag ist widerstandsfähig gegen Bakterien, Hefe- und Schimmelpilze. Entsprechende Kulturen verschwanden nach vier Wochen von selbst.
Das Verlegen von Linoleum ist nicht ganz einfach und sollte daher dem Fachmann überlassen werden. Für die notwendige vollflächige Verklebung stehen Naturharzkleber und emissionsarme Dispersionskleber verschiedener Hersteller zur Verfügung. Sie sind am "Emicode EC1" zu erkennen. Mit Linoleumfliesen und -paneelen lässt sich der praktische Boden aber auch leicht selbst verlegen. Mit Click-System funktioniert das Ganze sogar ohne Leim.
Viele hilfreiche Informationen zum umweltfreundlichen Renovieren finden Sie auch auf unserer Beratungsplattform Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetecoNavi!
nach oben Zuletzt aktualisiert am 19.12.2011