Seit rund 20 Jahren wird Schwefelhexafluorid (SF6) als Füllgas in Schallschutz-Isolierglasscheiben und Autoreifen verwendet. SF6 hat inner halb der Gruppe der klimawirksamen Gase das höchste Treibhauspotenzial. Bereits eine Tonne (t) SF6 belastet die Atmosphäre in einem Ausmaß, das 24.000 t Kohlendioxid entspricht. Gasgefüllte Schallschutzfenster haben eine Lebensdauer von ca. 25 Jahren. Damit fallen in den nächsten Jahren große Mengen des Füllgases beim Austausch dieser Fenster an. Das Umweltbundesamt (UBA) rechnet mit einer Verdoppelung des deutschlandweiten jährlichen SF6-Ausstoßes von derzeit 60 t auf 126 t im Jahr 2010.
Bereits beim Befüllen der Scheiben entweicht etwa ein Drittel des Gases in die Atmosphäre, weitere Gasverluste treten infolge Glasbruchs oder undichter Randverbindungen auf. Das UBA empfiehlt, zum Schutz des Klimas auf den Einbau dieser gasgefüllten Schallschutzfenster zu verzichten. Dies ist technisch ohne Probleme möglich. Als kostenneutrale Alternative bieten sich zum Beispiel dickere Scheiben oder die Vergrößerung des Scheibenzwischenraums an. Sogar die Schalldämmung wird dadurch verbessert. Auch unter dem Gesichtspunkt der Energieeinsparung ist die Befüllung mit SF6 nachteilig, da das Gas die Wärmedämmung der Scheiben verringert.
Bei Autoreifen wird SF6 an Stelle von Luft eingesetzt. Die Gas-Moleküle sind im Vergleich zur Luft größer und entweichen langsamer durch das Reifenmaterial. Die Reifenhersteller versprechen einen stabilen Reifendruck für ein Jahr und länger. Aber auch hier wird das klimaschädigende Gas frei, spätestens bei der Demontage der Reifen. Dabei können einfach mit Luft, gratis und ohne Treibhausgas, die Reifen auf Druck gehalten werden. Zur eigenen Sicherheit muss der Druck ohnehin gelegentlich geprüft werden.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 15.05.2007