
Für den Innenausbau greifen Heimwerker gerne auf Holzwerkstoffe zurück. Sie sind preisgünstig und leicht zu bearbeiten. Besonders beliebt sind Spanplatten. Zunehmend werden aber auch mitteldichte Faserplatten (MDF) oder OSB-Platten gekauft. Letztere bestehen aus ausgerichteten Grobspänen.
Gefertigt werden Holzwerkstoffe aus Spänen oder Fasern, die mit einem Bindemittel verbunden werden. Als Rohstoffe dienen Abfallhölzer und Schwachhölzer aus der Durchforstung der Wäldern. Daher ist die Umweltbilanz von Holzwerkstoffen insgesamt gut.
Anfang der 80er Jahre gerieten Spanplatten in die Diskussion, da sie bedenkliche Mengen an Formaldehyd ausdünsteten. Erhöhte Konzentrationen führen unter anderem zu Unwohlsein, Kopfschmerzen und Atembeschwerden. Entscheidend für die Abgabe des stechend riechenden Gases ist die Art des verwendeten Klebers.
Inzwischen sind die Regelungen strenger geworden. Nicht witterungsbeständig sind konventionelle Harnstoffharze, die relativ wenig Formaldehyd abgeben. Sie sind an der Bezeichnung V20 zu erkennen. Für Außenbereiche oder Räume mit hoher Luftfeuchte werden mit V100 gekennzeichnete Platten verwendet. Dafür werden die Bindemittel Phenol- und Melaminharze verwendet, die relativ geringe Formaldehydabgaben verursachen. Formaldehydfrei sind sogenannte MDI-Harze.
In Innenräumen dürfen ausschließlich Holzwerkstoffe der Emissionsklasse E1 verwendet werden. Die von ihnen ausgehende Formaldehydbelastung der Raumluft ist auf 0,1 ppm begrenzt. Da auch dieser Wert umstritten ist, dürfen mit dem Blauen Engel ausgezeichnete Platten die Raumluft nur mit maximal 0,05 ppm belasten. Auch Phenole oder Isocyanate sowie halogenorganische Verbindungen werden überprüft. Als gute, umweltfreundliche Alternative zu Holzwerkstoffen bieten sich auch Gipsplatten an.
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nach oben Zuletzt aktualisiert am 01.06.2007