Massives Holz arbeitet. Es quillt, schrumpft, verzieht sich oder reißt. Holz im Außenbereich muss meist dauerhaft vor Durchfeuchtung und damit vor der Zerstörung durch Schädlinge bewahrt werden. Das Ausweichen auf beständige Tropenhölzer oder die Kesseldruckimprägnierung waren bisher die gängigen Möglichkeiten, Holz im Freien einzusetzen.
Aus Finnland stammt ein neues, umweltfreundliches Verfahren, auch einheimischen Nadelhölzern die Eigenschaften von tropischen Edelhölzern zu geben. Bei der thermischen Holzveredelung wird auf gleichmäßige Werte getrocknetes Schnittholz in einer speziellen Thermokammer über 24 oder mehr Stunden auf Hochtemperatur aufgeheizt. Damit das Holz bei 180 bis 250 Grad nicht in Flammen aufgeht, wird bei diesem Prozess Wasserdampf als Schutzgas eingesetzt. Viele Inhaltsstoffe, auch Harze, werden ausgewaschen. Das Holz verändert dabei seine Farbe, es wird dunkler.
Das fertige Thermoholz hat dann seine Zellstrukturen so verändert, dass seine Fähigkeit zur Feuchtigkeitsaufnahme drastisch reduziert wird. Es ist weitgehend vor Schädlingsbefall sicher. Denn holzzerstörende Pilze brauchen immer eine Mindestfeuchtigkeit. Weil die beim Thermoholz deutlich niedriger liegt als bei normal getrocknetem Holz, lässt sich dieses Material problemlos im Außenbereich einsetzen, zum Beispiel als Fassadenverkleidung, für Gartenmöbel, Fenster und Außentüren. Es ist eine gute Alternative zu den bisher verwendeten druckimprägnierten Hölzern, die zum Beispiel mit Chrom- oder Kupfersalzen gegen Schädlinge geschützt wurden. Allerdings gibt es auch weniger gewünschte Veränderungen. Das Holz wird spröder, seine Biege- und Zugfestigkeit sinken um 10 bis 30 Prozent. Da außerdem trockene Äste gelockert werden, kann wärmebehandeltes Holz nicht unbedingt in tragenden Konstruktionen verarbeitet werden.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 21.05.2007