Gerade zum Schulbeginn aber auch am Schreibtisch sind immer mal wieder neue Stifte oder Radiergummis fällig. Stiftung Warentest untersuchte verschiedene Schreibwaren aus allen Preislagen, und zwar vor allem solche Produktgruppen, bei denen es bereits Anhaltspunkte für eine Schadstoffbelastung gab.
Rund zehn Prozent der Produkte waren so stark mit einem Schadstoff belastet, dass sie nicht hätten verkauft werden dürfen. Vor allem Produkte von Billiganbietern hielten die Vorgaben nicht ein, aber auch auf Marken ist nicht immer Verlass. Die Bewertung der meisten Stoffe orientiert sich an Grenzwerten, die europaweit gelten und die beispielsweise in den EU-Spielzeugnormen festgelegt sind. Buntstifte, Faser-, Gel- und Wachsmalstift sowie Deckfarbkästen werden als Spielzeug betrachtet, weil sie von Kindern bis 14 Jahre auch zum Spielen verwendet werden. Hersteller und Importeure bestätigen durch das CE-Zeichen, dass ihr Produkt den europäischen Sicherheitsvorschriften für Spielzeug entspricht. Diese Selbstauskunft der Anbieter wird jedoch nicht von einer unabhängigen Stelle kontrolliert.
Erschreckende Ergebnisse gab es besonders bei den Buntstiften: Fast jeder zweite Buntstift enthielt in der Lackschicht Weichmacher, die in der EU für Spielzeug generell verboten sind. Die betroffenen Stifte hätten deshalb gar nicht in den Handel kommen dürfen. Die meisten Buntstiftlacke waren außerdem mit löslichen Bariumverbindungen belastet, die in größerer Menge gesundheitsschädlich sind. Fasermaler enthielten das krebserzeugende Lösemittel Benzol und hätten ebenfalls nicht verkauft werden dürfen. Weiche PVC-Radiergummis und flexible Lineale, an denen Kinder gern knabbern, enthielten große Mengen fortpflanzungsgefährdender Weichmacher.
Deshalb grundsätzlich nur unlackierte Buntstifte kaufen, die häufig niedlichen PVC- Radiergummis im Laden liegen lassen und Lineale möglichst aus unlackiertem Holz kaufen. Prüfen Sie das ausgewählte Produkt vor dem Kauf mit allen Sinnen: Ist es gut verarbeitet oder riecht es vielleicht abstoßend?
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetStiftung Warentest 09/2008
nach oben Zuletzt aktualisiert am 19.12.2011