Wer im Versandhandel bestellt oder auch nur mal Informationen angefordert hat, findet die bunten Kataloge regelmäßig in seinem Briefkasten. Fast immer sind sie in Folie eingeschweißt. Da wächst nicht nur der Altpapierstapel, auch die Folien müssen entsorgt werden. Als unangenehm empfunden wird oft auch der Geruch, den besonders die eingeschweißten Druckerzeugnisse verströmen.
Zeitschriften und Kataloge mit großen Auflagen werden in der Regel per Tiefdruck hergestellt. Dazu sind sehr dünnflüssige Farben nötig, die schnell verdunsten. Die Farbpigmente werden mit Natur- und Kunstharzen gebunden, die in stark flüchtigem Toluol gelöst werden. Zudem werden Hilfsstoffe eingesetzt, die die Seiten reib- oder lichtecht machen. Für den Geruch sind die unterschiedlichen Bindemittel und Hilfsstoffe verantwortlich.
Lösemittel beim Drucken und Reinigen stehen in der Druckindustrie seit langem in der Kritik. Einerseits geht es dabei um Gesundheits- und Brandgefahr und andererseits um die Beeinträchtigung der Umwelt. Im Offsetdruck werden Lösungsmittel zunehmend ersetzt, im Tiefdruck kann aus technischen Gründen auf Toluol noch nicht verzichtet werden. Die Berufsgenossenschaft Druck- und Papierverarbeitung hat in einer Langzeitstudie weitgehend Entwarnung geben können. Toluol ist in sehr hohen Konzentrationen durchaus ein ernstzunehmender, gesundheitsschädlicher Stoff. Unter den Bedingungen des modernen deutschen Tiefdrucks ist jedoch auch bei langjähriger Tätigkeit eine gesundheitliche Beeinträchtigung der Mitarbeiter durch Toluol nicht zu befürchten. Auch für den Katalogleser ist der unangenehme Geruch kein Hinweis auf Gefahr. Die Zeitschrift ÖKO-TEST hat mit ihrer Druckerei einen Versuch mit ökologischen Bindemitteln durchgeführt. Der Geruch hat sich als unzumutbar herausgestellt.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 09.05.2007