Sie ist ein bisschen in Vergessenheit geraten, die gute alte Kochkiste. Wer schon einmal davon gehört hat, denkt meist an Milchreis. Auf dem Herd gekocht braucht er viel Aufmerksamkeit, sonst brennt er an. Wunderbar gelingt er dagegen im Bett. Dafür lässt man die Milch mit dem Reis nur für wenige Minuten aufkochen, schlägt den Topf mit Deckel zum Schutz in eine Decke oder ein dickes Handtuch und ab damit ins Bett unter die Bettdecke. Nach etwa einer halben Stunde kann man genießen.
Auch zum problemlosen Warmhalten eignet sich die Methode. So lassen sich hungrige Kinder aus der Kita oder von der Schule abholen und zu Hause wartet etwas Leckeres im Bett. Auf die Mikrowelle lässt sich so leicht verzichten.
Das Bett zu Hause oder der Schlafsack beim Zelten sind die einfachsten Varianten einer Kochkiste. Mit Styropor und Decken in einer Kiste lässt sich leicht ein Modell bauen. Wer es edler haben möchte, kann Kochkisten auch kaufen. Ein Test im WDR-Fernsehen im Jahr 2010 hat gezeigt, dass sogar Kartoffeln problemlos gar wurden. Die getesteten Modelle isolierten bestens. Nach 20 Minuten hatte das Kochwasser mindestens noch 80 Grad Celsius. Je nachdem, was und wie man damit kocht, beträgt die Energieersparnis nach Einschätzung eines Kochkisten-Herstellers bis zu 20 Prozent.
Die Kochkiste verdankt ihre Entstehung und ihre Verbreitung dem gegen Ende des 19. Jahrhunderts verbreiteten Bemühen, breiten Schichten der Bevölkerung Möglichkeiten zu sparsamem Wirtschaften zu zeigen. Sie erleichterte auch die Haushaltsführung berufstätiger Frauen, die morgens die Speisen kurz aufkochen und diese während ihrer Abwesenheit in der Kochkiste fertig garen lassen konnten. Sogar in die Frankfurter Küche, die Vorläuferin der modernen Einbauküche, wurde in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts Kochkisten eingebaut.
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Der Beitrag des WDR aus 2010 ist leider nicht mehr verfügbar.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 22.02.2012