Viele Menschen sind gern auf eigenen Füßen unterwegs und erleben die Natur beim Wandern hautnah. Die Ansprüche an die Ausrüstung sind heute hoch. So werden auch für leichte Wanderungen auf meist guten Wegen häufig spezielle Wanderschuhe im Fachgeschäft gekauft, obwohl ein guter Halbschuh oft ausreichen würde. Wer keine anspruchsvollen Trekkingtouren im Hochgebirge unternimmt, ist mit leichten Wanderschuhen allemal ausreichend versorgt.
Eingearbeitete, feuchteregulierende Membranen im Schuh erfreuen sich hoher Beliebtheit, versprechen sie doch angenehm trockene Füße auch bei heißem oder nassem Wetter. Die Schweißabgabe durch eine Membran kann jedoch bei warm-feuchtem Wetter und bei ungeeignetem Strumpfmaterial wie Baumwolle nicht funktionieren. Bei der Herstellung solcher Membranen und Imprägnierungen werden perflourierte Substanzen eingesetzt. Diese Stoffe sind bereits im menschlichen Körper, in Flüssen und sogar bei Wildtieren in der Arktis nachgewiesen. Sie bauen sich nur langsam ab und wirken giftig. Das häufig verwendete PFOA (Perfluoroktansäure) reichert sich in der Leber an, schädigt die Galle und beeinträchtigt die Fortpflanzungsfähigkeit. Andere Vertreter der Stoffgruppe wirken vermutlich ähnlich. Bei der Untersuchung leichter Wanderstiefel für Männer lösten sich bei drei von zehn Modellen die perfluorierten Stoffe bei Gebrauch aus dem Material.
Auffällig waren auch erhöhte Gehalte an Dibutylzinn (DBT) in acht Schuhen, das vermutlich erbgutschädigende Phenol und Weichmacher in je drei Modellen. Vermutlich aus dem Leder löste sich vier Mal das Schwermetall Chrom, das zum Gerben verwendet wird.
Wer Wanderschuhe kaufen will, sollte sich zuvor Gedanken über den Einsatzbereich machen. Auch gut gepflegte, reine Lederschuhe sind eine gewisse Zeit wasserdicht. Unter Umständen sind vorhandene gute Halbschuhe ausreichend.
Weitere Informationen:
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetÖko-Test, Heft 09/2006
nach oben Zuletzt aktualisiert am 12.06.2007