Regelmäßig werden Haarfärbemittel von Stiftung Warentest und Öko-Test unter die Lupe genommen. Mal geht es um Blondierungen, mal um rote oder braune Färbemittel oder auch Naturhaarfarben wie Henna. Im Vergleich zu den 60er oder 70er Jahren ist Haare färben deutlich sicherer geworden. Doch noch immer stecken in vielen Farben problematische Stoffe wie aromatische Amine, von denen einige in Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. Ebenso umstritten sind halogenorganische Verbindungen, die teilweise als Konservierungsmittel eingesetzt werden, teilweise aus den Farbstoffen stammen.
Auch der Duft einiger Produkte hat es in sich. So wurden bedenkliche Moschus-Verbindungen gefunden. Diese künstlichen Duftstoffe können sich im Fettgewebe anreichern. Selbst bei Naturfarben müssen Handschuhe getragen und Gesicht und Ohren mit Fettcreme vor Farbe geschützt werden. Kontaktallergien sind auch nach jahrelangem problemfreien Färben nicht ausgeschlossen.
Die EU-Kommission hat entschieden, 22 mögliche Inhaltsstoffe von Haarfärbemitteln von Dezember 2006 an verbieten zu lassen. Der Kommissionsbeschluss ist das erste Ergebnis einer Strategie für sichere Haarfärbemittel, auf die sich die Brüsseler Behörde mit den EU-Staaten und der Kosmetikindustrie im April 2003 geeinigt hatten.
Anlass war die Erkenntnis, dass längerer Gebrauch der 22 Stoffe das Risiko erhöhe, an Blasenkrebs zu erkranken. Das Verbot dieser Substanzen, für die die Kosmetikindustrie keine Sicherheitsdossiers vorgelegt hat, markiert aber offenbar nur den Anfang. Denn zur Zeit bewertet ein für Konsumgüter zuständiger Expertenausschuss die Sicherheitsdossiers von 115 weiteren Haarfärbestoffen. Erste Stellungnahmen kündigte die Kommission für den nächsten Herbst an.
Weitere Informationen:
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetStiftung Warentest, Heft 11/2005 (Flüchtiges Rot)
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetÖko-Test, Jahrbuch 2006 (Blondierung)
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetÖko-Test, Heft 03/2006 (Haarfarben, Naturhaarfarben)
nach oben Zuletzt aktualisiert am 12.06.2007