Die meisten Lebensmittel verschimmeln leicht. Um einem Befall vorzubeugen werden Hartkäse wie Emmentaler und auch Schnittkäsesorten wie Gouda, mit oder ohne Rinde, oberflächlich oft mit einem Konservierungsstoff behandelt. Ebenso können getrocknete und gepökelte Wurstwaren betroffen sein. Weit verbreitet ist das antibiotisch wirkende Mittel Natamycin, auch Pimaricin oder E 235 genannt.
Natamycin wird auch in Arzneimitteln zur Bekämpfung von Pilzerkrankungen beim Menschen eingesetzt. Wer ständig kleine Mengen Natamycin mit dem Käse zu sich nimmt, riskiert im Laufe der Zeit eine Resistenzbildung gegen ähnliche Arzneimittel, das heißt, die Medikamente wirken dann zum Teil nicht mehr.
Bei Verwendung ist eine Kennzeichnung des Konservierungsstoffes Natamycin gesetzlich vorgeschrieben und erfolgt bei Fertigpackungen über das Zutatenverzeichnis. Bei lose verkauftem Käse liegt meist eine für den Kunden einsehbare Liste aus.
Um eine Aufnahme von Natamycin zu vermeiden empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung von behandeltem Käse die äußere Schicht sehr großzügig wegzuschneiden; mindestens einen halben Zentimeter, denn erst in dieser Tiefe darf der Wirkstoff nicht mehr nachzuweisen sein. Wer keine Lust hat so viel Lebensmittel wegzuwerfen dem wird es leicht gemacht unbehandelten Käse zu kaufen. Diverse traditionelle Herstellungsverfahren oder spezielle moderne Reifungsfolien machen einen solchen Zusatzstoff überflüssig.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 31.05.2007