Lufterfrischer sind heutzutage in allen erdenklichen Duftnoten erhältlich - und verkaufen sich bestens. Etwa 3000 verschiedene Duftstoffe werden Schätzungen zufolge von der Duftstoffindustrie in Wasch-, Reinigungs- und Pflegmitteln, im Lebensmittelbereich, in Kosmetika sowie für den Gebrauch in der Raumluft eingesetzt. Doch wer mit chemischen Mitteln die Luft erfrischen will, reichert diese in Wahrheit mit weiteren, teils gefährlichen Chemikalien an. So warnten schon vor zwei Jahren die Vertreter von fünf Verbraucherschutzorganisationen in Brüssel. Öko-Test hat jetzt erneut Lufterfrischer in die Labore geschickt.
Nach den Kriterien des reinen Schadstofftests schnitten immerhin zehn Produkte mit "sehr gut" ab. Aber auch mit ihnen sollte vorsichtig umgegangen werden. Kommt etwas von der Substanz an die Haut, sollte sie mit Wasser und Seife abgewaschen werden. Auch in Kinderhänden haben Raumlufterfrischer nichts zu suchen.
In den Duft- und Hilfsstoffen aller Lufterfrischer stecken flüchtige organische Verbindungen (TVOC). Diese riesige Stoffgruppe kann bei empfindlichen Menschen zu Kopfschmerzen und Reizungen der Schleimhäute führen. Öko-Test hat sich bei der Bewertung an die Empfehlungen des Umweltbundesamtes gehalten. In Innenräumen sollten TVOC-Konzentrationen 200 bis maximal 300 µg/m³ nicht überschreiten. Bei einigen Produkten im Test wurden höhere Werte erreicht, was zur Abwertung führte.
Auch polyzyklische Moschus-Verbindungen, die sich unter anderem im menschlichen Fettgewebe anreichern, wurden in vier Proben gefunden. Diese künstlichen Duftstoffe gelten als sehr problematisch.
Weitere Informationen:
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetÖko-Test, Heft 05/2006
nach oben Zuletzt aktualisiert am 12.06.2007