Egal, ob Kreissäge, Lärm am Arbeitsplatz oder schnarchende Partner: Ohrstöpsel schützen vor Gehörschäden und unruhigen Nächten. Ohren sind empfindlich. Lärmpegel von dauerhaft mehr als 85 Dezibel A (dB(A)) lassen die Sinneshärchen sterben. Der Prozess geht schleichend und unbemerkt voran. Teile des Hörvermögens gehen unwiederbringlich verloren.
Lärmpegel von 85 Dezibel werden nicht nur von LKW erreicht - auch ein Walkman hat je nach Lautstärke leicht 80 bis 110 Dezibel und gefährdet bei Dauergebrauch das Hörvermögen. Mit jeder Zunahme um zehn Dezibel verdoppelt sich dabei die Lautstärke. Bei 120 dB(A) liegt die Schmerzgrenze.
Seit Februar 2006 gelten in Europa die um 5 dB(A) niedrigeren Grenzwerte der EU-Lärm-Richtlinie. Ab 80 Dezibel durchschnittlicher Lärmbelastung am Arbeitsplatz muss ein Gehörschutz zur Verfügung stehen, ab 85 Dezibel muss er auch getragen werden.
Auch im privaten Bereich sollten alle, die mit lauten Geräten umgehen, ihre Ohren schützen. Ohrstöpsel sind dazu verbreitete und preiswerte Hilfsmittel. Grund genug für Öko-Test, die Gehörschützer auf ihre Funktion und eine mögliche Schadstoffbelastung zu untersuchen. Erfreulicherweise schnitten nur sieben der 22 untersuchten Produkte schlechter als gut ab. Bei den beanstandeten Ohrstöpseln fanden sich zinnorganische Verbindungen wie Dibutyl- (DBT) und Tributylzinn (TBT) in erhöhten Mengen. Sie sollen das Immunsystem beeinträchtigen. Auch Weichmacher fielen negativ auf. Sie stehen im Verdacht, Leber und Nieren zu schädigen und hormonähnlich zu wirken.
Die Schutzwirkung der Pfropfen wird durch den SNR-Wert (single number rating) angegeben. Je höher der SNR, desto besser die lärmreduzierende Wirkung. Manchmal ist auch die Dämmwirkung bei hohen (H), mittleren (M) und tiefen (T) Frequenzen vermerkt. So können je nach Lärmquelle gezielt eher dumpfe oder hohe Töne reduziert werden.
Weitere Informationen:
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetÖko-Test, Heft 09/2006
nach oben Zuletzt aktualisiert am 12.06.2007