Probiotische Joghurts oder Quarkspeisen mit wohlklingenden Namen versprechen Fitness, Gesundheit und Wohlbefinden und sie suggerieren, allen möglichen Krankheiten vorzubeugen oder sie sogar zu heilen. Verpackung, Aufmachung und Werbung erwecken häufig den Anschein mehr als bloß gesunde Lebensmittel zu sein. Aber was ist wirklich dran?
Das Problem:
Probiotische Joghurts heißen so, weil sie so genannte probiotische Bakterien enthalten. Meist sind das Milchsäurebakterien, die ursprünglich aus der menschlichen Darmflora stammen und in Kulturen gezüchtet werden. Die Theorie: Nach der Aufnahme in den Körper sollen möglichst viele von ihnen den Darm lebend erreichen. Dort sollen sie eine optimal funktionierende Darmflora schaffen und so Gesundheit und Wohlbefinden positiv beeinflussen.
Probiotische Lebensmittel sind aber in die Kritik geraten, weil die Hersteller Gesundheitswirkungen versprechen, die noch nicht bewiesen sind und Ergebnisse aus Reagenzglas- oder Tierversuchen einfach auf den Menschen übertragen wurden. Eine dauerhafte Ansiedlung von probiotischen Keimen in einer gesunden Darmflora findet nicht statt. Zudem ist die den Milchprodukten zugesetzte Menge an Keimen viel zu gering um spezielle Reaktionen auszulösen.
Der Umwelttipp:
Einige positive Wirkungen bei Krankheiten sind inzwischen durch solide Studien bewiesen. Zum Beispiel Vermeidung oder Verkürzung von Durchfall nach einer Antibiotikatherapie oder eine verbesserte Laktoseverdauung bei Laktoseintoleranz. Allerdings werden hier auch gute Ergebnisse mit herkömmlichen Joghurts erzielt. Hinzu kommt, dass viele probiotische Milchprodukte einfach nicht schmecken und auch noch teurer als vergleichbare Artikel sind.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 04.06.2007