Die ersten kräftigen Sonnenstrahlen machen all den Schmutz sichtbar, der sich auf die Oberflächen von Möbeln, Lampen oder Fußböden gelegt hat. Frühlingsputz ist angesagt. In den Regalen der Einkaufsmärkte gibt es eine große Auswahl an Reinigern. Doch normalerweise kommt man im Haushalt mit einigen wenigen Reinigungsmitteln aus. Ein Allzweckreiniger ist für viele Zwecke in Küche, Bad und WC geeignet. Die Produkte verschiedener Hersteller sind ähnlich zusammengesetzt, doch im Detail unterscheiden sie sich in ihrer Wirkung auf Umwelt und Gesundheit.
Wenn die Reiniger im Putzeimer stark mit Wasser verdünnt sind, liegt der Gehalt an waschaktiven Substanzen meist unter fünf Prozent. Sie reduzieren die Oberflächenspannung des Wassers. So kann Schmutz gelöst und abgewaschen werden. Bei leichter Verschmutzung genügt sogar klares Wasser. Besonders empfehlenswert sind Mikrofasertücher, die ohne Reinigungsmittel benutzt werden sollten.
Hautverträglichkeit ist ein wichtiges Thema. So haben zum Beispiel Orangenöle eine gute reinigende Wirkung, reizen bei empfindlichen Menschen aber Haut und Schleimhäute. Bei Hautproblemen sind Reiniger zu empfehlen, die laut Deklaration überwiegend nichtionische Tenside enthalten. Auch Duftstoffe und Konservierungsstoffe können bei sensiblen Menschen Allergien oder Hautreaktionen auslösen. Reiniger mit Desinfektionsmitteln sind im Haushalt absolut überflüssig.
Jedes Reinigungsmittel belastet die Umwelt und sollte daher sparsam verwendet werden. Die Hersteller erfüllen problemlos die Vorgaben der Tensidverordnung, nach der anionische und ionische Stoffe in Wasch- und Reinigungsmitteln in der ersten Stufe der Kläranlagen zu 90 Prozent biologisch abbaubar sein müssen. Doch die Verbraucher müssen sich an die Dosiervorschriften halten.
Etliche Hersteller schmücken ihre Produkte mit der Bezeichnung "Bio". Es gibt jedoch keine gesetzliche Definition für Bio-Reiniger. Jeder Hersteller meint mit Bio oder Eco etwas anderes.
Als problematisch wird zum Beispiel der Einsatz von Palmkernöl gesehen, der ein wichtiger Grundstoff für Tenside ist. Die Hersteller von Terra Activ (Henkel) oder Froschprodukten (Erdal Rex) haben Zertifikate für diesen nachwachsenden Rohstoff erworben. Der im Jahr 2003 auf Initiative des WWF gegründete Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil, RSPO) versucht als zentrale Organisation nachhaltige Anbaumethoden für Palmöl zu fördern und so die Umweltschädigung zu begrenzen. Allerdings ist der RSPO umstritten. Die Zertifikate sind zwar ein Ansatz, aber sie können nicht verhindern, dass für den Anbau von Ölpalmen Urwälder gerodet werden.
Der AlmaWin Haushaltsreiniger Öko Konzentrat nutzt das Siegel Eco Garantie. Hier sind nur wenige milde Konservierungsstoffe erlaubt, Erdölchemie ist verboten. AlmaWin setzt laut eigener Aussage ätherische Öle aus kontrolliert biologischem Anbau ein.
Der Reiniger Fit Grüne Kraft trägt das europäische Ecolabel, die Euroblume. Einige besonders kritische Stoffe wie Moschus-Verbindungen sind hier verboten. Die Giftigkeit für Wasserorganismen wird anhand der genauen Rezeptur berechnet. Mit biologisch angebauten pflanzlichen Rohstoffen hat das Zeichen jedoch nichts zu tun, unter anderem ist Erdölchemie erlaubt.
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetÖkotest, Heft 09/2009
nach oben Zuletzt aktualisiert am 02.10.2009