Der Einsatz von Desinfektionsmitteln im Haushalt ist grundsätzlich nicht nötig. Dennoch machte vor zwei Jahren (2001) die Putzmittelbranche massiv Werbung für antibakterielle Putzmittel. Laut Werbung lauern fiese Bakterien überall im Haushalt, um uns mit Krankheiten zu infizieren. Dabei sind die Keime im Haushalt in der Regel harmlos. Der Einsatz der antibakteriellen Putzmittel dagegen belastet die Umwelt unnötig und birgt gesundheitliche Risiken.
Wenn die hygienischen Grundregeln eingehalten werden, ist der Einsatz von antibakteriellen Reinigungsprodukten überflüssig. Häufig ist nicht einmal die Wirksamkeit erwiesen. Viele der angebotenen Reinigungsmittel enthalten zudem Allergie auslösende Inhaltsstoffe und können die Hautflora und das Immunsystem schädigen. Im schlimmsten Fall können Bakterien durch die Haushaltsmittel auch gegen medizinisch eingesetzte Wirkstoffe resistent werden.
Die Hersteller haben auf die massive Kritik reagiert und billigen den antibakteriellen Reinigungsprodukten keine Marktbedeutung mehr zu. Seit 2002 dürfen Desinfektionsmittel nach dem Biozidgesetz nur noch vermarktet werden, wenn sie zugelassen sind. Die Hersteller müssen die Wirkung und Auswirkung der Stoffe durch Studien belegen. Kein Wunder, dass bisher noch kein Hersteller Interesse zeigte, dies zu tun. Doch noch sind beim Umweltbundesamt 64 Mittel gemeldet. Bereits auf dem Markt befindliche Produkte dürfen weiter verkauft werden. Spätesten bis 2010 müssen alle 370 gemeldeten Stoffe bewertet sein. Wirkstoffe, die als giftig oder Krebs erzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend eingestuft sind, werden danach nicht mehr für die Allgemeinheit zugelassen. Ganz ohne Nebenwirkung ist, Produkte mit antibakteriellen Zusätzen einfach im Supermarktregal stehen zu lassen.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 04.06.2007