Die überwältigende Mehrzahl der Lebewesen auf dieser Welt sind Bakterien.
Mit antibakteriellen Wirkstoffen in Allzweckreinigern und Handspülmitteln sollen angebliche Infektionsgefahren gebannt werden. Dabei gehören Bakterien seit jeher zum Menschen und befinden sich im Boden, im Wasser, in der Luft und auf allen Gegenständen. Sie leben auf unseren Schleimhäuten, im Darm, auf der Haut und schützen das Gewebe, helfen bei der Verdauung und stimulieren das menschliche Immunsystem.
Das Problem:
Der Begriff antibakteriell ist gesetzlich nicht näher definiert. Die desinfizierenden Inhaltsstoffe in Haushaltsmitteln wirken gegen viele Mikroorganismen gar nicht und sind in der angegebenen Verwendungskonzentration des Reinigungsmittels unwirksam. Bedenklich ist, dass die verwendeten Stoffe, auch die pflanzlichen Ursprungs, häufig allergisierend wirken. Die Umwelt wird zusätzlich belastet und möglicherweise können sich leichter neue Resistenzen bei krankheitsverursachenden Bakterien entwickeln.
Der Umwelttipp:
Lebensmittelinfektionen in den Industrieländern werden in erster Linie durch Keime aus der Darmflora von Nutztieren, in Verbindung mit der Massentierhaltung und die Art der Lebensmittelproduktion, hervorgerufen. Vergiftungen entwickeln sich durch bereits mit Krankheitserrregern kontaminierte Nahrungsmittel, zusammen mit einer Keimverschleppung und Temperaturfehlern während der Zubereitung. Mögliche Gefährdungen können vermieden werden durch das konsequente Händewaschen und das Beachten allgemeiner Hygieneregeln im Bad und vor allem in der Küche. Orte mit hohen Keimzahlen sind alle dauerfeuchten Stellen wie z.B. Wischlappen. Deshalb schnelltrocknendes Material auswählen und Lappen häufig in der Waschmaschine waschen.
Sogenannte antibakterielle Spül- und Reinigungsmittel helfen nicht und sind deshalb überflüssig. Nur bei einer ansteckenden Krankheit kann eine Desinfektion sinnvoll sein, dann verschreibt oder empfiehlt der Arzt das jeweils geeignete Mittel.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 04.06.2007