Seit mehreren Jahren werden mit Beginn der Heizperiode in Wohnräumen plötzlich auftretende rußartige Beläge beobachtet. Diese sind meist derart großflächig und massiv, daß die Wohnqualität entscheidend beeinträchtigt wird. Die chemischen Bestandteile der schwarzen Ablagerungen enthalten nur in sehr wenigen Fällen typische Verbrennungsprodukte, so daß im wesentlichen andere Faktoren für die Schwarzfärbungen verantwortlich sein müssen.
Das Problem: Durch mikroskopische Untersuchungen und chemische Analytik konnte festgestellt werden, daß es sich bei den Belägen meist um Stäube und Fasern in Verbindung mit einer Vielzahl an unterschiedlichen schwererflüchtigen organischen Verbindungen handelt. Diese Stoffe sind selbst farblos, bilden aber einen klebrigen Niederschlag, auf dem der dunkle Hausstaub anhaftet. Die gefundenen Verbindungen, vor allem Weichmacher, sind Bestandteile von beispielsweise Farben, Lacken, Klebstoffen und verschiedenen Kunststoffen. Zur Auslösung des Phänomens der plötzlichen Staubablagerungen spielen aber noch zusätzliche Faktoren eine wichtige Rolle, beispielsweise bauliche Gegebenheiten, das Wohnverhalten, die Ausstattung der Wohnung, elektrostatische Aufladungen und das Raumklima.
Der Umwelttipp: Die Ursachen, die zum Auftreten dieses Phänomens führen, sind noch nicht völlig geklärt. Da es sich um ein sehr komplexes Themengebiet mit hohem Forschungsbedarf handelt können momentan nur recht allgemeine Vorbeugungsmaßnahmen empfohlen werden: kräftiges Lüften und ggf. begrenztes Aufheizen nach erfolgter Renovierung, Verzicht auf bestimmte Ausstattungsmaterialien, konsequentes Lüftungsverhalten der Bewohner. Aktuelle Informationen zum Thema und ein Fragebogen für Betroffene vom Umweltbundesamt sind über die Bremer Umwelt Beratung erhältlich.
nach oben Zuletzt aktualisiert am ..