Bleivergiftungen sind in Deutschland eigentlich selten. Doch farbige Glasuren von Keramikgeschirr können Schwermetalle wie Blei oder Cadmium enthalten, die beim Kontakt mit Nahrungsmitteln herausgelöst werden. Im menschlichen Körper können diese Schwermetalle gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen. Besonders Kinder sind gefährdet. Deshalb wurden vor mehr als 20 Jahren europaweit Höchstmengen für die Abgabe von Blei und Cadmium festgelegt.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt aber, selbst bei Einhaltung dieser geltenden Höchstmengen könnten relevante Schwermetallmengen -vor allem Blei- an Lebensmittel abgegeben werden. Dadurch kann die nach der Weltgesundheitsbehörde tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge zum Teil erheblich überschritten werden. Somit wäre auch solche Keramik als nicht mehr sicher zu bewerten. Wie viel Schwermetall aus der Keramikglasur tatsächlich in das Lebensmittel übergeht, hängt von der Qualität der Glasur, der Brenntemperatur, der Art des Lebensmittels und der Dauer des Kontakts ab. Hinzu kommt, dass bestimmte Personengruppen allein durch ihre Ernährungs- und Lebensweise größere Mengen an Schwermetallen aufnehmen.
Eine zusätzliche und vor allen Dingen vermeidbare Belastung durch blei- oder cadmiumlastige Keramik sollte deshalb auf ein Minimum reduziert werden. Die Anzahl der Verbraucher die häufig von hohen Schwermetallaufnahmen betroffen sind, bleibt allerdings offen.
Das BfR empfiehlt deshalb, insbesondere im Hinblick auf die Empfindlichkeit von Kindern, die gesetzlichen Höchstwerte für die Abgabe von Blei und Cadmium aus Keramik zu senken. Bis dahin sollten Lebensmittel nicht über längere Zeit in Keramikgefäßen aufbewahrt werden. Dies gilt vor allem für saure Lebensmittel wie Fruchtsäfte.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 04.06.2007