Was ist schöner bei sommerlichen Höchsttemperaturen als ins kühle Nass zu springen? Kinder steigen dann gern im Garten ins Planschbecken. Zeitgemäß wird nicht mehr in der Zinkwanne geplanscht, sondern in quietschbunten Plastikbassins - aufblasbar und nach Gebrauch platzsparend zu verstauen.
Die betrübliche Seite des Badespaß´ beginnt, sobald die Inhaltsstoffe der bunten Becken näher betrachtet werden. In einer neuen Untersuchung durch die Zeitschrift Öko-Test erhielten zehn von zwölf getesteten Pools ein "ungenügend".
Vor allem zwei Stoffgruppen treten negativ in Erscheinung: an erster Stelle stehen die sogenannten Phthalate: Weichmacher, die in allen zehn Produkten aus PVC stark erhöht vorkamen. Sie werden eingesetzt, um das unflexible PVC-Folienmaterial geschmeidig zu machen. Die gesundheitsgefährdenden Phthalate können sich aus dem Material lösen und über verschlucktes Badewasser oder Mundkontakt direkt in den Körper gelangen. Zum Beispiel, wenn kleinere Kinder am Material nuckeln oder das Becken mit dem Mund aufgeblasen wird. Eine EU-Richtlinie hat bedenkliche Phthalate bereits für Kleinkinderspielzeug verboten, das in den Mund genommen wird. Anfang 2007 werden mit DEHP und DBP zwei der gesundheitsgefährdenden Weichmacher aus sämtlichem Spielzeug und Babyartikeln verbannt. Als geeignete Alternative gelten die teureren Zitrate.
Zinnorganische Verbindungen bilden die zweite Gruppe problematischer Inhaltsstoffe. Sie werden als Lichtstabilisatoren eingesetzt und beeinträchtigen schon in geringen Mengen das Hormon- und Immunsystem von Tieren und vermutlich auch des Menschen. In acht der getesteten Produkte wurden erhöhte oder stark erhöhte Gehalte zinnorganischer Verbindungen nachgewiesen. Auch einzelne andere Schadstoffe fanden sich in den untersuchten Planschbecken.
Als Fazit kann eigentlich nur der Besuch im Schwimmbad oder am Baggersee empfohlen werden.
Weitere Informationen:
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetÖko-Test, Heft 07/2006
nach oben Zuletzt aktualisiert am 07.06.2007