Auch zehn Jahre nach ihrer Verabschiedung ist die internationale Konvention über die biologische Vielfalt relativ unbekannt geblieben. Um dieses zu ändern, hat das Bundesumweltministerium für das Jahr 2002 die Kampagne "Leben braucht Vielfalt" initiiert. 180 Staaten haben den Vertrag zum Biosphärenschutz bislang unterzeichnet und ratifiziert. Er verpflichtet zum Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt, zur nachhaltigen Nutzung in der Land- und Forstwirtschaft und in der Fischerei sowie zur gerechten Verteilung der Vorteile, die aus der Nutzung genetischer Ressourcen entstehen, zwischen Herkunfts- und Nutzerländern.
Das Problem: Biodiversität bedeutet wesentlich mehr als nur Artenvielfalt, sie umfasst zusätzlich die genetische Verschiedenartigkeit zwischen den Lebewesen einer Art sowie die Vielfalt der Lebensräume. Unter natürlichen Umweltbedingungen würden sich derzeit Entstehungs- und Aussterberate von Arten in etwa die Waage halten. Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass heutzutage etwa 27.000 mal mehr Arten aussterben als neue entstehen. Wir stehen somit einer massiven Verarmung an biologischer Vielfalt gegenüber. Es bleibt fraglich, ob der rasante und unwiederbringliche Verlust an biologischer Vielfalt uns die für unser eigenes Überleben nötigen Lebensbedingungen noch lange bietet.
Der Umwelttipp: Die biologische Vielfalt ist eine unserer wertvollsten Ressourcen, ihr Erhalt ist kein Luxus, sondern notwendige Realität. Die globale Dimension des Problems lässt uns hilflos erscheinen und doch kann jeder seinen Teil zum Schutz der biologischen Vielfalt beitragen: Etwa durch das Anlegen naturnaher Gärten, um einheimischen Arten Lebensraum zu bieten, oder durch den Kauf von einheimischem Obst und Gemüse, um die Sorten- und Geschmacksvielfalt zu fördern. Aber auch einfaches umweltgerechtes Verhalten trägt viel zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei, die durch fehlende Lebensräume, Umweltverschmutzung und Klimaänderung gefährdet ist.
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