In den nächsten Tagen werden unzählige Balkonkästen und Kübel mit Sommerblumen bepflanzt, die Eisheiligen sind vorbei. In den Eingangsbereichen der Supermärkte stapeln sich daher die Säcke mit Blumenerde. Auf vielen Blumenerde-Produkten ist die vertrauenserweckende Bezeichnung "Bio"-Blumenerde zu finden. Doch bei Blumenerde ist der Begriff "Bio" kein Qualitätsmerkmal für ein umweltfreundliches Produkt. Wer sich die Mühe macht, die schweren Säcke umzudrehen, findet auf der Rückseite im Kleingedruckten den Hinweis Torfprodukt.
Torf ist ein sehr langsam nachwachsender Rohstoff, der sich in einem Zeitraum von vielen Jahrhunderten bildet. Ein Hochmoor wächst nur etwa ein Millimeter pro Jahr. Dennoch binden lebendige, wachsende Moore weltweit jährlich 150 bis 250 Millionen Tonnen CO2 in neu gebildeten Torfen. Wird Torf abgebaut und werden Moore entwässert, werden die Klimagase CO2 und Methan in großen Mengen frei.
Es gibt mittlerweile viele torffreie Produkte von Firmen, die den Umwelt- und Moorschutz ernst nehmen. Sie besitzen ähnlich bodenverbessernde Eigenschaften, versauern die Böden im Gegensatz zu Torf aber kaum. Eines der besten Mittel zur Bodenverbesserung ist Kompost. Wer einen Garten hat, kann selbst kompostieren. Mit Kompost wird dem Boden organisches Material mit hoher biologischer Aktivität zugeführt, gleichzeitig ist es eine organische Düngung. Auch ausgelaugte Blumenkastenerde kann mit Komposterde aufgefrischt werden, das erspart viel Schlepperei.
Vorsicht ist geboten bei angeblich "torfreduzierten" bzw. "torfarmen" Produkten, sie besitzen meist immer noch einen Torfanteil von 60-80 Prozent. Blumenerde ohne Torf und Bremer Kompost aus Grünabfällen bieten zum Beispiel die Recyclinghöfe in Bremen an. Aber auch alle Erden von Neudorff und Substral sind torffrei.
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetBezugsquellen "Bremer Kompost"
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetTorffreie Erde: BUND-Einkaufsführer
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetÖko-Test, Heft 04/2012
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetHintergrundinformationen zu Mooren des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND)
nach oben Zuletzt aktualisiert am 15.05.2012