
In den Eingangsbereichen der Supermärkte stapeln sich die Säcke mit Blumenerde. So manche Zimmerpflanze braucht einen größeren Topf und die Balkonkästen frische Erde. Auf vielen Blumenerde-Produkten ist die vertrauenserweckende Bezeichnung Bio-Blumenerde zu finden. Doch bei Blumenerde ist der Begriff "Bio" kein Qualitätsmerkmal für ein umweltfreundliches Produkt. Wer sich die Mühe macht, die schweren Säcke umzudrehen, findet auf der Rückseite im Kleingedruckten den Hinweis Torfprodukt.
Torf ist ein sehr langsam nachwachsender Rohstoff, der sich in einem Zeitraum von vielen Jahrhunderten bildet. Ein Hochmoor wächst nur etwa ein mm pro Jahr. Dennoch binden lebendige, wachsende Moore weltweit jährlich 150 bis 250 Millionen Tonnen CO2 in neu gebildeten Torfen. Wird Torf abgebaut und werden Moore entwässert, werden die Klimagase CO2 und Methan frei. Wird nur ein Hektar Niedermoor zu Ackerland, werden so viel klimarelevante Gase frei, wie 19 Autos durchschnittlich um Jahr verursachen.
Durch großflächigen Torfabbau werden Naturlandschaften zerstört und das führt zum Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Allein die Gartenbesitzer verbrauchen jedes Jahr rund 2,3 Millionen Kubikmeter Torf. Dabei ist die weitverbreitete Meinung, mit Torf lasse ich der Boden dauerhaft verbessern und düngen, schlicht falsch. Torf hat nur einen sehr geringen Nährstoffgehalt und auch die Strukturverbesserung ist nur mittelmäßig.
Deutlich bessere Erfolge erzielt man mit Kompost. Auch Rindenhumus hat gute strukturverbessernde Wirkung und fördert die biologische Aktivität im Boden. Ausgelaugte Blumenkastenerde kann man mit Komposterde auffrischen, das erspart viel Schlepperei. Für den Blumenkasten muss Kompost mit alter Blumenerde gut vermischt werden. Je nach Nährstoffanspruch sollte das Mischungsverhältnis 1:4 bis 1:1 betragen. Langzeitdünger wie Hornspäne sorgen dabei für gute Stickstoffversorgung. Blumenerde ohne Torf und Bremer Kompost aus Grünabfällen bieten zum Beispiel die Recyclinghöfe in Bremen an.
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nach oben Zuletzt aktualisiert am 26.05.2009