Hartnäckig hält sich das Vorurteil, Kletterpflanzen beschädigen die Fassade. Sofern das Mauerwerk intakt ist und die Begrünung fachgerecht durchgeführt wird, sind solche Befürchtungen jedoch unbegründet. Tatsächlich sind an fast allen Gebäuden "Kletternde Gärten" möglich, sofern nur wenige Quadratmeter offener Boden vorhanden sind. Auch Zäune, Sicht- und Lärmschutzwände eignen sich hervorragend zur Begrünung.
Die zusätzlichen Grünflächen bieten besonders in der Stadt einen wirkungsvollen Beitrag zur Verbesserung der Umwelt- und Lebensqualität. Das Blattwerk bindet erhebliche Mengen an Staub und Schadgasen. Niederschlagswasser wird zurückgehalten und über die Blätter verdunstet. Das schafft ein angenehmes Klima. Das Luftpolster zwischen Gebäude und Blattwerk schützt im Sommer vor extremer Hitze, im Winter (bei immergrünen Pflanzen) vor Kälte.
Eine Begrünung sollte aber auch gut geplant sein. Wenn der Efeu nach ein paar Jahren regelmäßig die Regenrinne verstopft oder der Knöterich weit übers Ziel hinausschießt, kann die falsche Pflanzen- oder Standortwahl auch Ärger machen. So müssen für sonnige oder halbschattige Wände andere Pflanzen gewählt werden als für die Nordwand. Wenn viele Fenster in der Fassade sind, machen Rankpflanzen, die ein Gerüst brauchen, sehr viel weniger Arbeit. Sie können sich kaum über ihre Kletterhilfen hinaus ausbreiten. Auch sind unter solchen Bedingungen schwachwüchsige Arten zu bevorzugen. Wie so ein Gerüst aussehen muss, hängt von der gewünschten Pflanzenart ab. Schlinger, wie zum Beispiel Geißblatt oder Blauregen brauchen eher dünne, senkrechte Kletterhilfen. Ranker wie die Weinrebe brauchen gitterförmige Gerüste mit Quer- und Längsstreben. Kletterrosen oder Winterjasmin lassen sich besonders gut in die gewünschte Richtung leiten.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 06.06.2007