
In den Stadtgebieten von Bremen und Bremerhaven ist ein hoher Anteil der Flächen überbaut oder mit Wegen, Parkplätzen oder Straßen versiegelt. Dem Regenwasser bleibt wenig Raum, um auf natürlichem Wege zu versickern. So gelangt ein Großteil der Niederschläge in die Kanalisation. Bei Starkregen kann es zur Überlastung der Kanäle kommen. Wenn Kanäle und Flüsse große Regenmengen nicht mehr aufnehmen können, steigt die Gefahr von Überschwemmungen und Hochwasser.
Vom Dach in die Regenrinne und ab in den Kanal, so sieht die Regenwasser-"Entsorgung" in der Regel aus. Wenn die Bodenverhältnisse es zulassen, kann das Niederschlagswasser auch auf natürlichem Wege auf dem Grundstück versickern. Der Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa fördert auf Antrag die Errichtung von Versickerungsanlagen für Niederschlagswasser mit bis zu 3000 Euro. Um gefördert zu werden, müssen mindestens 50 Prozent der versiegelten Fläche des Grundstücks angeschlossen sein. Damit gewährleistet ist, dass das gesamte auf der entsprechenden Fläche anfallende Niederschlagswasser vor Ort versickern kann, muss ein Bodengutachten in Auftrag gegeben werden. Die Bremer Umwelt Beratung bietet an, eine kostenlose Ersteinschätzung der Bodenverhältnisse beim Geologischen Dienst für Bremen einzuholen.
Die einfachste, sicherste und ökologischste Methode zur Versickerung ist die Muldenversickerung. In der Mulde kann bei starkem Regen das Wasser kurzzeitig zwischengespeichert werden, bevor es verzögert versickert. Bei geringen Niederschlägen ist in der Regel kein Wasser in der Mulde sichtbar. Sie kann daher als Spiel- und Erholungsfläche genutzt werden.
Eine weitere Möglichkeit ist die Mulden-Rigolen-Versickerung, die zusätzlich einen Speicher (Rigole) unter der Mulde erhält. Dies kann zum Beispiel ein mit Kies oder Schotter verfüllter Graben sein. Zusätzlich können Sickerrohre eingesetzt werden. Ein besonders großes Speichervolumen lässt sich mit speziellen Sickerblöcken aus Kunststoffgittern erzielen.
Mit Einführung der Getrennten Abwassergebühr 2011 wird das Förderprogramm eingestellt. Anträge müssen daher bis Ende 2011 eingegangen sein!
nach oben Zuletzt aktualisiert am 11.05.2010