Viele Friedhöfe überraschen durch ihre lebendige Vielfalt. Ein gewisser Schutzstatus hat über lange Zeiträume hinweg aus Friedhöfen nicht nur bedeutende kulturhistorische Denkmale, sondern ebenso wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere werden lassen. Friedhöfe haben mit ihren vielfältigen Vegetationsstrukturen ein eigenes Mikroklima gegenüber ihrer Umgebung entwickelt. Kennzeichnend ist eine erhöhte Feuchtigkeit als Folge der Grabpflege mit regelmäßigen hohen Wassergaben. Der oft dichte Baumbestand schafft schattige Bereiche und setzt so die Verdunstung herab. Dieser günstige stadtklimatische Einfluß der Friedhöfe reicht bis weit in die Nachbarschaft.
Das Problem: Besonders in großen Städten ist der Friedhof nicht nur ein Ort der Bestattung, Stille und Rast. Man wird sich auch zunehmend seiner ökologischen Bedeutung bewußt. Für Neupflanzungen werden statt exotischer Pflanzen einheimische Hölzer verwendet. Dort, wo es den Friedhofsbetrieb nicht beeinträchtigt, wird die Natur sich selbst überlassen. Der Trend zu mehr Naturnähe ist sogar noch billiger als eine intensive Pflege der Friedhofsanlagen. Viele im Friedhofsbedarf verwendete Materialien stehen dieser Entwicklung aber entgegen. Grabschmuck ist häufig aus nicht verrottbaren Werkstoffen hergestellt bzw. trägt bei einer Verbrennung zur Bildung problematischer Dioxine und Furane bei.
Der Umwelttipp: Bei der Gestaltung eines Grabes sind die folgenden Empfehlungen für jeden leicht umsetzbar: Großflächige Grabplatten hindern die Natur an der Entfaltung. Plastikberge auf den Gräbern müssen nicht sein. Kranzunterlagen aus Stroh, verottende Blumentöpfchen aus Altpapier oder wiederbefüllbare Grablichter ohne PVC sind nur einige Beispiele für mögliche Ersatzprodukte. Bei der Bepflanzung ist es sinnvoll, Wildformen und mehrjährige Stauden veredelten Sorten vorzuziehen. Die Blüten sind möglicherweise etwas unscheinbarer, bieten aber Lebensraum und Nahrung für die einheimische Fauna.
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