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06.10.2026
Viele Hobbygärtner:innen wären erstaunt, wenn sie analysieren ließen, was ihr Boden wirklich an Nährstoffen braucht. Häufig ist das nämlich weniger als gedacht. Gerade in lange bewirtschafteten Gärten sind manche Nährstoffe bereits ausreichend vorhanden, teilweise sogar im Übermaß. Besonders Phosphat, aber auch Kalium oder Magnesium können sich bei regelmäßiger Düngung im Boden anreichern. Eine Bodenuntersuchung zeigt, welche Nährstoffe tatsächlich fehlen.
Mit Düngemitteln können auch unerwünschte Stoffe in den Boden gelangen. Schwermetalle wie Cadmium können beispielsweise in phosphathaltigen Düngern enthalten sein und sich bei regelmäßiger Anwendung im Boden anreichern. Gleichzeitig kann überschüssiger Phosphor in Gewässer gelangen und dort zur Überdüngung beitragen. Auch Stickstoff sollte nicht pauschal ausgebracht werden: Ein Überangebot kann zu Nitratverlusten und weiteren Umweltbelastungen führen. Schwefel ist dagegen nicht in jedem Garten ein Problem und sollte nur bei entsprechendem Bedarf gedüngt werden.
Bevor also im Gartenfachhandel oder im Baumarkt einfach zu einem Universaldünger gegriffen wird, sind Bodenanalysen zu empfehlen. Solche Untersuchungen für den Hobbygarten sind bei Fachlaboren und teilweise auch über Gartenfachhandel oder Beratungsstellen erhältlich. Eine Düngeempfehlung kann Bestandteil der Untersuchung sein. Nach Anleitung werden an verschiedenen Stellen des Beetes Bodenproben entnommen und zu einer Mischprobe vereinigt. Für Gemüse wird dabei meist der durchwurzelte Oberboden untersucht; häufig reichen etwa 20 bis 30 Zentimeter Tiefe. Wichtig ist, mehrere Stellen eines möglichst einheitlich bewirtschafteten Beetes zu beproben.
Wollen Hobbygärtner:innen gezielt nach Bedarf düngen, müssen sie wissen, welche Nährstoffe ein Dünger enthält. Die deklarierten Gehalte sind gesetzlich geregelt und werden bei der amtlichen Düngemittelkontrolle überprüft. Auf Bezeichnungen wie „bio“ oder „natur“ allein sollte man sich deshalb nicht verlassen: Entscheidend sind die Deklaration und die tatsächliche Eignung des Produkts. Kompost ist ein wertvoller Bodenverbesserer und Nährstofflieferant, sollte aber ebenfalls gezielt eingesetzt werden. Seine Nährstoffgehalte unterscheiden sich je nach Ausgangsmaterial und Reifegrad. Am besten alle drei bis fünf Jahre eine Bodenprobe untersuchen lassen – damit lässt sich erkennen, ob die Nährstoffversorgung stimmt und sich so manche Packung Dünger einsparen.
Weitere Informationen:
Organischen Dünger im eigenen Garten - Umweltbundesamt, September 2026
Bodenanalyse-Sets: Bodenuntersuchung für den Hobby-Gartenbau (Agrolab) empfohlen vom Landesverband der Gartenfreunde Bremen
Die Bodenanalyse-Sets sind auch im Gartenfachhandel erhältlich.
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