Im Herbst stellt sich die Frage, wohin nur mit all dem Falllaub. Wie im Wald auch, sollte es unter Bäumen und Sträuchern möglichst liegen bleiben. Die Laubschicht führt dem Boden organische Substanz und Nährstoffe zu, fördert das Bodenleben und bietet einen Winterschutz. Überschüssiges Laub von Rasenflächen und Wegen kann ebenfalls selbst kompostiert werden.
Das Problem: Die Humusbildung tritt stets dort ein, wo organisches Material abstirbt und durch Mikroorganismen und Kleinlebewesen abgebaut wird. Für diese Vorgänge benötigen die Winzlinge jedoch ausreichend Stickstoff. Da Laub davon aber nur sehr wenig enthält, würde ihre Aktivität durch das ungünstige Stickstoff/Kohlenstoffverhältnis gebremst werden. Hinzu kommt, dass Laub zu den feinen, strukturarmen Stoffen gehört. Diese werden im Verlauf der Kompostierung so verdichtet, dass eine ausreichende Belüftung der Miete nicht mehr gewährleistet ist.
Der Umwelttipp: Je vielfältiger die Ausgangsmaterialien und je besser sie durchmischt sind, um so schneller verläuft der Abbau. Überschüssiges Laub im Herbst sollte deshalb nur provisorisch angehäuft und mit einer Schicht Erde abgedeckt werden, damit es nicht wegweht. Erst im nächsten Jahr werden die angerotteten Blätter mit den anfallenden stickstoffreicheren Materialien (wie Rasenschnitt) gemischt und auf den Kompost gegeben. Die Zugabe von Strukturmaterialien wie kleingeschnittener Strauch- und Heckenschnitt schafft feine Hohlräume für eine gute Luftversorgung.
Kompoststarter und -beschleuniger werden im Handel zwar in großer Vielfalt angeboten, sind aber überflüssig. Diese Zusatzstoffe können das Gelingen des Kompostes nicht garantieren bzw. grobe Fehler, die bei der Kompostierung gemacht werden, nicht beheben. Will man die Abfälle dennoch "impfen", d. h. mit Mikroorganismen versehen, so kann hierzu angerotteter oder reifer Kompost beigemischt werden.
nach oben Zuletzt aktualisiert am ..