Vögel im Winterhalbjahr zu füttern ist sehr beliebt, aber auch umstritten. So empfiehlt zum Beispiel der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei der Vogelfütterung maßvoll und sachgerecht vorzugehen. Erst wenn die natürlichen Nahrungsquellen für Vögel knapp werden – also bei einer dauerhaft geschlossenen Schneedecke, anhaltendem Frost oder Eisregen – sollte das Futter ausgestreut werden. Der wichtigste Grund zur Winterfütterung ist der Eisregen. Kleinvögel haben keine Fettreserven und können ohne Nahrungsaufnahme innerhalb eines Tages sterben!
Ein bisher nur wenig bekanntes Problem ist die beifußblättrige Ambrosie. Ihre Samen stecken in fast allen Vogelfuttermischungen. Lange Zeit war das Unkraut vor allem ein Problem in Nordamerika, dem Heimatland der Ambrosia, und in Südeuropa. Heute kämpft besonders auch Ungarn mit dem aggressiven Gewächs. Hat sich die Ambrosie erst einmal angesiedelt, so gibt es kaum ein Zurück. Eine einzelne Pflanze kann bis zu 62.000 Samen produzieren, die bis zu 40 Jahre keimfähig bleiben.
Der Mensch hat unter der Ambrosie besonders zu leiden. Ihre Pollen gelten als die potentesten Allergene weltweit. Schon geringste Dosen reichen, um bei Allergikern Heuschnupfen bis hin zu Asthma auszulösen. Ein häufiger Fundort sind private Gärten. Vogelfutter ist ganz offensichtlich eine der Hauptursachen für die Verbreitung von Ambrosia. Von den 18 im Auftrag von Ökotest analysierten Produkten waren lediglich drei gänzlich frei von Ambrosia. Bei den übrigen Marken war zumindest eine der untersuchten Chargen belastet. In Kürze sollen in Deutschland die ersten Ambrosiafreien Futtermittel auf den Markt kommen. Aber auch hier sind bis zu zehn Samen pro Kilogramm erlaubt. Sonnenblumenkerne aus der Lebensmittelabteilung, Kürbissamen, Bucheckern sowie Wal- und Haselnüsse können eine Alternative sein. Ebenso gern gefressen werden im Herbst gesammelte und getrocknete Beeren von Weißdorn, Holunder, Sanddorn, Eberesche oder Schlehe.
Weitere Informationen zum Vogelfuttertest:
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetÖko-Test, Heft 12/2007
Informationen zu Ambrosia:
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetDie Beifuß-Ambrosie – eine zunehmende Gefahr für die Gesundheit (Flugs, pdf)
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetBeifuß-Ambrosie in Deutschland
nach oben Zuletzt aktualisiert am 07.01.2008