Jeder Deutsche kauft im Durchschnitt jährlich über 20 kg neue Textilien, davon sind etwa zwei Drittel Kleidungsstücke. Mindestens zweimal im Jahr haben wir das Gefühl, den Kleiderschrank entrümpeln zu müssen, jedoch nicht weil die Klamotten verschlissen wären, sondern um der neuen Mode Platz zu machen.
Das Problem: Unser Konsumverhalten verursacht so allein in Deutschland jährlich einen Berg von rund 800.000 t Altkleidern. Diese riesigen Mengen sind ein ökologisches Problem, denn die Textilienherstellung ist energieaufwendig, ressourcenverschwendend und chemikalienintensiv und damit umwelt- und gesundheitsbelastend. Die meist noch guten Sachen wandern teils in Altkleider-Sammlungen, teils in den Hausmüll. Die Sammelware wird weltweit an den Meistbietenden verkauft mit häufig problematischen Folgen in den Importländern. Nur ein geringer Anteil landet bei Bedürftigen oder in der Katastrophenhilfe, da die gesammelten Mengen den Bedarf in diesem Bereich bei weitem übersteigen. Textilien sind aufgrund ihrer aufwendigen Herstellung aber auch zum Wegwerfen viel zu schade und ein problematischer Abfall. Selbst nicht mehr tragbare Kleidungsstücke bilden einen wertvollen sinnvoll verwertbaren Faser-Rohstoff, der nicht in den Hausmüll gehört.
Der Umwelttipp: Jede/r VerbraucherIn kann dazu beitragen, den Kleiderkonsum zu überdenken und einzuschränken und dadurch auch das Altkleideraufkommen zu reduzieren.
· Wählen Sie gezielter aus und tragen Sie die Stücke auch wirklich auf.
· Nutzen Sie vermehrt Secondhand-Läden für Neuanschaffungen und auch als Möglichkeit der "Entsorgung".
· Geben Sie Alttextilien direkt an Projekte zur Katastrophenhilfe oder Kleiderkammern weiter. Überlassen Sie ihre wertvollen tragbaren Bekleidungsstücke nur einer Organisation, die Ihr Vertrauen verdient.
· Nutzen Sie nicht nur für Kinderkleidung die Möglichkeit zum Kleidertausch oder das Weitergeben an Verwandte oder Bekannte.
Gerade der weltweit vernetzte Textilmarkt ist ein Beispiel für die Zusammenhänge von lokalen Verhaltensweisen und ihren Auswirkungen weltweit. Mit einem veränderten Konsumverhalten kann jede/r einen kleinen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Agenda 21 leisten.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 06.06.2007