Lederbekleidung ist längst nicht so natürlich wie man annimmt, trotzdem ist bis heute ein besonderer Reiz mit ihr verbunden. Nicht zuletzt ist es die unvergleichliche Strapazierfähigkeit und Wetterfestigkeit bei gleichzeitiger Elastizität und der Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen, die Leder zum idealen Material für Schuhe, Motorradkleidung, Mäntel oder Jacken macht.
Das Problem:
Um die Haut von Rindern, Schafen oder Schweinen in Leder zu verwandeln, sind viele Verarbeitungsschritte nötig, wozu zahlreiche bedenkliche Chemikalien verwendet werden. Ein Großteil des Leders, das in Europa weiterverarbeitet wird, stammt aus Indien und wird dort unter primitivsten Bedingungen billig mit schädlichen Hilfsmitteln produziert. Besonders problematisch sind die benutzten Konservierungs- und Gerbmittel und etliche Farbstoffe. Diese Chemikalien können beim Tragen durch Feuchtigkeit bzw. Schweiß wieder aus dem Leder gelöst und über die Haut vom Körper aufgenommen werden. Einige Gifte sind in Deutschland zwar mittlerweile verboten aber trotzdem in hier auf dem Markt befindlichen Materialien vorhanden.
Der Umwelttipp:
Leder sieht man nicht an, ob es mit Schadstoffen belastet ist, auch der Preis ist kein Hinweis auf Qualität. Dennoch können beim Kauf einige Punkte beachtet werden:
· Im Ausland gekaufte Lederartikel sind häufig noch stärker belastet als in Deutschland;
· schadstoffgeprüfte Produkte garantieren, dass bestimmte Schadstoffe nicht oder in geringeren Mengen enthalten sind;
· viele Konservierungsmittel stinken penetrant, ein chemischer Geruch kann deshalb auf eine Belastung hinweisen;
· Leder nicht auf nackter Haut und Schuhe nicht barfuss tragen;
· naturbraunes ungefärbtes Leder vermeidet bedenkliche Farbstoffe;
· Bekleidungsstücke sollten mit Textilien oder wenigstens mit ungefärbtem Leder gefüttert sein;
· für viele Produkte ist der Einsatz pflanzlich gegerbten Leders möglich;
· auch Lederimitate oder lackierte Textilien sind umweltbelastender als übliche Textilien.
Wenngleich Lederartikel vergleichsweise billig geworden sind: Nur gut verarbeitete und reparierbare Ware kaufen und zeitlose Modelle auswählen. Dann lässt sich das Lieblingsstück auch wirklich lange tragen.
nach oben Zuletzt aktualisiert am 06.06.2007