Den besten Schutz vor zu starker Sonnenstrahlung bietet der Aufenthalt im Schatten. Ein Sonnenschirm spendet jedoch nur Schatten, der einem UV-Schutzfaktor von etwa fünf entspricht, ein Baumschatten kann immerhin den Schutzfaktor 5-15 bieten. Der UV-Schutzfaktor gibt an, wie viel mal länger man sich im Vergleich zum ungeschützten Sonnenbad ohne gesundheitliche Bedenken in der Sonne aufhalten kann.
Besonders in den sonnenintensiven Mittagsstunden (11 bis 15 Uhr) ist guter Sonnenschutz auch in unseren Breiten notwendig. Neben Sonnencremes und -lotionen hilft die richtige Bekleidung, möglichst wenig UV-Strahlung an die Haut zu lassen. Sonnengerechte Bekleidung ist zum Beispiel ein Hut mit breitem Rand, der Gesicht und Nacken schützt. Damit lässt sich für das Gesicht der UV-Schutzfaktor 10 erreichen. Auch leichte Baumwollkleidung schützt in ähnlichen Maßen. Um so feinmaschiger und dunkler die Textilie ist, umso besser ist im Allgemeinen der Sonnenschutz. Nylon, Wolle und Seide schützen wiederum besser als Baumwoll-, Viskose- oder Leinenkleidung. Bei nasser Kleidung verringert sich der UV-Schutz um bis zu 50 Prozent.
Um den UV-Schutz besonders von Freizeit- und Sportbekleidung zu erhöhen, werden zum Beispiel Pigmente oder Keramikpartikel in der Fasern eingeschlossen. Auch dichtere Webart oder dunklere Einfärbung führen zu besserem Schutz. Besonders effektiv sind kräftiges Rot oder Grün.
Meistens wird der Ultraviolet Protection Factor (UPF) der Textilien nach dem australisch-neuseeländischen Standard, kurz AS/NZS 4399, überprüft. Diese Norm gibt es schon seit 1996. Sie ist daher als Prüfmethode weitverbreitet. Viele Anbieter von Outdoorbekleidung lassen den UPF von Hemden, T-Shirts und Hosen nach diesem Standard feststellen. Eine Weiterentwicklung ist der europäische UV Standard 801. Diese Prüfmethode ist strenger, denn hier müssen die Klamotten nicht nur im Neuzustand sonnendicht sein, sondern auch wenn sie durch das Waschen oder Tragen erste Abnutzungsspuren zeigen. Spezielle UV-Schutzbekleidung bietet einen UV-Schutz von 20 bis zu 80. Empfohlen wird von Dermatologen für Sommertextilien ein UV-Schutz von mindestens 40. Für Kinderbekleidung sollte ein hoher Schutzfaktor von 50 oder mehr gewählt werden.
Seit 1999 gibt es zudem die Europäische Norm EN 13758. Danach müssen sich UV-Textilien im Neuzustand bewähren und zudem so geschnitten sein, dass sie möglichst viel vom Körper bedecken. So müssen die Ärmel von T-Shirts und anderer Oberbekleidung die Oberarme zu drei Viertel verhüllen und bei Hosen sollten die Beine komplett bedeckt sein. Diese Anforderungen an das Design von Sonnenklamotten bedeutet, dass Bikinis oder Trägerhemdchen nach dieser Norm nicht ausgezeichnet werden können. Die strikten Designregeln sind aber vermutlich auch ein Grund dafür, dass in Outdoorläden und Kaufhäusern nur wenige Klamotten mit einem UPF nach der EN 13758 erhältlich sind.
Viele Sonnenschirme taugen laut Ökotest eher als Dekoration und schützen kaum. Dabei können auch Sonnenschirme das Siegel des UV-Standards 801 erhalten. Selbst unter einem Schirm mit dem Lichtschutzfaktor 80 kann man jedoch einen Sonnenbrand bekommen, denn auch von der Seite kommt Licht herein und der Boden reflektiert bis zu 50 Prozent der UV-Strahlung. Problematisch ist das schlechte Abschneiden vieler Strandmuscheln beim Sonnenschutz. Viele Eltern von Babys und Kleinkindern vertrauen im Urlaub der Schutzfunktion der kleinen Zelte.
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetKinderkleidung mit UV-Schutz, Öko-Test, Heft 10/2010
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetSonnenschirme und Strandmuscheln, Ökotest, Heft 06/ 2008
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetStrahlung und Strahlenschutz, Bundesamt für Strahlenschutz
Externer Link, wird in neuem Fenster geöffnetInfo-Flyer für Kinder: "Mit heiler Haut durch den Sommer"
nach oben Zuletzt aktualisiert am 30.06.2010