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Versiegelter Boden – Asphalt, Beton, Pflaster – heizt sich bei Hitze extrem auf und gibt diese Wärme auch in die Umgebung ab. Regenwasser versickert nicht im Boden, bei Starkregen drohen vollgelaufene Keller, die Kanalisation wird stark belastet. Grüne Flächen hingegen schaffen Abkühlung und Lebensraum. Das ist gut für alle: Im Rahmen des Wettbewerbs „Bremen pflastert ab!“ hat die Bremer Umwelt Beratung am 30. Juni 2026 daher einen Entsiegelungs-Workshop durchgeführt und gezeigt, wie man selbst aktiv werden und eine Fläche entsiegeln kann.
Der Wettbewerb „Bremen pflastert ab!“ belohnt Bremer*innen, die Pflastersteine gegen Grün tauschen. Ob Beet, Bienenwiese oder Rasen – noch bis zum 31. Oktober heißt es: Jeder entsiegelte Quadratmeter zählt, um Abkühlung und Lebensraum zu schaffen. Wer am Ende die meisten Quadratmeter entsiegelt, kann sich auf Auszeichnungen wie die „Goldene Spitzhacke“ oder den „Grünen Roland“ sowie ein Preisgeld freuen. Gefördert wird der Wettbewerb durch die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft.
Im Rahmen des Wettbewerbs hat die Bremer Umwelt Beratung am Dienstag, den 30. Juni 2026 innerhalb von vier Stunden eine Entsiegelung auf einem Privatgrundstück in Bremen Hemelingen umgesetzt. Gemeinsam mit interessierten Bremer*innen wurden so 20 Quadratmeter Pflastersteine entfernt. Die Fläche wurde mit vorhandenen Materialien wie Holz und einigen der zuvor entfernten Pflastersteinen eingefasst und mit insgesamt 1,5 Kubikmetern Mutterboden aufgeschüttet. So lässt sich aus einfachen, bereits vorhandenen Mitteln etwas Neues gestalten. Im Anschluss hat Naturgärtner und Workshopleiter Hartmut Clemen gemeinsam mit den Teilnehmenden ausgewählte Pflanzen – etwa Schafgarbe, Spitzwegerich, Kugeldistel und eine wilde Art der Frühjahrsprimel – gesetzt. Schließlich wurde außerdem eine Bienenweide aus Phazelia eingesäht. Während die Stauden gelegentlich gewässert werden dürfen, braucht die Phazelia keine weitere Bewässerung oder Pflege.
Innerhalb weniger Stunden ist durch die gemeinschaftliche Entsiegelungs-Aktion aus einem vollständig gepflasterten Hof eine zusätzliche, kleine grüne Oase entstanden. Diese schafft nun zusätzliche Abkühlung im Sommer, sowie Lebensraum und Versickerungsmöglichkeiten für Regenwasser.
Neben den einzelnen Schritten der Entsiegelung hat Workshopleiter Hartmut Clemen den Teilnehmenden außerdem vermittelt, welche Voraussetzungen für eine Entsiegelung erfüllt sein müssen, welche Vorbereitungen nötig sind und was im Nachgang der Entsiegelung zu beachten ist. Auch hat Clemen geeignete, pflegeleichte Pflanzen wie die Phazelia vorgestellt und Gestaltungsmöglichkeiten für die entsiegelte Fläche aufgezeigt.
Ziel des Workshops war es zum einen theoretische Kenntnisse zum Ablauf einer Entsiegelung zu vermitteln und andererseits praktisch erfahrbar zu machen, dass eine Umsetzung schnell, niederschwellig und selbstständig möglich ist. Für Rückfragen zu verschiedenen Fördermöglichkeiten von Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahen stand die Bremer Umwelt Beratung zur Verfügung.
Hartmut Clemen hat über 22 Jahre den ökologischen Lehrgarten (FlorAtrium) des Landesverbands der Gartenfreunde geleitet. Für diesen Workshop hat er diese langjährige Erfahrung zur Verfügung gestellt.
Alle Infos zu Entsiegelung und Begrünung: www.bremer-umwelt-beratung.de
Alle Infos zum Wettbewerb „Bremen pflastert ab!“ unter www.bremen-pflastert-ab.de
Hintergrund des Wettbewerbs: Die Idee des Abpflasterns stammt aus den Niederlanden. Dort wurde 2020 der nationale Wettbewerb „NK Tegelwippen“ ins Leben gerufen. Das erfolgreiche Konzept wurde inzwischen bundesweit aufgegriffen. In Deutschland wurde 2025 erstmalig ein bundesweiter Wettbewerb „Abpflastern“ durchgeführt, initiiert von der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung Koblenz (HfGG). Der Wettbewerb abpflastern.de läuft jährlich vom 21. März bis zum 31. Oktober und motiviert Teilnehmende, Pflastersteine zu entfernen und für ihre jeweilige Kommune einzutragen. Jede entfernte Fläche zählt damit für die kommunale Gesamtbilanz. „Bremen pflastert ab!“ bringt diese Idee auf die lokale Ebene und motiviert dazu, direkt vor der eigenen Haustür aktiv zu werden.
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