Sie befinden sich hier: Service > Aktuelles
22.09.2026
Bei Hitze können gepflasterte Flächen leicht eine Temperatur von 55 Grad erreichen. Grünflächen dagegen bleiben deutlich kühler, zusätzlich kann hier Regenwasser im Boden versickern. Das bietet Schutz vor vollgelaufenen Kellern bei Starkregen und entlastet die Kanalisation. Wie man auch schon kleinere Flächen effizient entsiegeln und so den eigenen Vorgarten abkühlen kann, haben wir am 12. September in einem Mitmach-Workshop in Bremen Nord gezeigt.
Gemeinsam mit Bremer*innen, die Erfahrung für eigene Entsiegelungs-Projekte sammeln wollten, hat die Bremer Umwelt Beratung am 12. September einen Vorgarten in Bremen Nord entsiegelt. Die Aktion fand im Rahmen des Wettbewerbs „Bremen pflastert ab!“ statt. Der Wettbewerb wird von der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft organisiert, gemeinsam mit einem breiten Netzwerk aus Unterstützenden.
Angeleitet von Landschaftsgärtnerin Christina Hagemann hat die Gruppe knapp 20qm Pflaster entfernt, den Boden anschließend mit Mutterboden aufgeschüttet und zur Aussaat vorbereitet, zwei neue Beete angelegt und zuletzt einen Rasen gesät. Die engagierte Gruppe hat die gesamte Umgestaltung in vier Stunden umgesetzt. Hagemann hat entlang der einzelnen Schritte umfassendes Wissen zur effizienten Arbeitsweise, pflegeleichter Gestaltung, Auswahl der Pflanzen und anschließender Pflege vermittelt. Außerdem gab es Raum für Erfahrungsaustausch und Fragen zu den jeweils eigenen Entsiegelungsprojekten der Teilnehmenden.
Den Samstag beendet hat die Gruppe also mit jeder Menge neuem Praxiswissen sowie einem abgeschlossenen Projekt: Der Gestaltung einer pflegeleichten, klimaresilienten Fläche, auf der künftig Regenwasser direkt im Boden versickern kann, die noch mehr Artenvielfalt ermöglicht und die für Abkühlung sorgt.
Natürlich fließt die Fläche außerdem in den Wettbewerb „Bremen pflastert ab!“ mit ein. Belohnt werden hierbei Bremer*innen, die bis zum 31. Oktober Pflastersteine entfernen und stattdessen Abkühlung, Versickerungsmöglichkeiten für Regenwasser und Lebensraum schaffen. Bisher wurden insgesamt bereits rund 1.100qm abgepflastert. Wer am Ende die meisten Steine entsiegelt, kann sich auf ein Preisgeld und Auszeichnungen wie die „Goldene Spitzhacke“ oder den „Grünen Roland“ freuen. Die Preisverleihung erfolgt durch die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft.
Alle Infos zum Wettbewerb „Bremen pflastert ab!“ unter www.bremen-pflastert-ab.de
Hintergrund zum Wettbewerb „Bremen pflastert ab!“: Der Wettbewerb ergänzt den bundesweiten Wettbewerb abpflastern.de um eine Kampagne auf lokaler Ebene. Die Idee des Abpflasterns stammt aus den Niederlanden. Dort wurde 2020 der nationale Wettbewerb „NK Tegelwippen“ ins Leben gerufen. Das erfolgreiche Konzept wurde inzwischen bundesweit aufgegriffen. In Deutschland wurde 2025 erstmalig ein bundesweiter Wettbewerb „Abpflastern“ durchgeführt, initiiert von der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung Koblenz (HfGG). Der Wettbewerb abpflastern.de läuft jährlich vom 21. März bis zum 31. Oktober und motiviert Teilnehmende, Pflastersteine zu entfernen und für ihre jeweilige Kommune einzutragen. Jede entfernte Fläche zählt damit für die kommunale Gesamtbilanz. „Bremen pflastert ab!“ bringt diese Idee auf die lokale Ebene und motiviert dazu, direkt vor der eigenen Haustür aktiv zu werden.
Bitte Suchbegriff eingeben