Sie befinden sich hier: Service > Aktuelles
Abkühlung bei Hitze, hohe Aufenthaltsqualität und Artenvielfalt: Das sind nur einige Vorteile von entsiegelten, begrünten Flächen. Davon profitieren jetzt auch die Schüler*innen der Oberschule an der Helgolander Straße. Mit vereinten Kräften haben die Kinder der Klasse 6 ihren Schulhof entsiegelt und bepflanzt. In zwei Etappen, am 18. und am 24. September, haben sie sich eine kleine grüne Oase mitten auf dem Pausenhof erschaffen.
20 Quadratmeter haben die Schüler*innen der Oberschule an der Helgolander Straße abgepflastert und begrünt. Die Aktion wurde auf zwei Termine aufgeteilt: Während am 18. September die Pflastersteine entnommen und der Boden vorbereitet wurden, erfolgte die Bepflanzung eine knappe Woche später, am 24. September.
Das Entsiegelungsprojekt fand im Rahmen des Wettbewerbs „Bremen pflastert ab!“ statt und fließt natürlich auch in die Zählung mit ein. Unterstützt und finanziert werden Entsiegelung und Wettbewerb von der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft. „Flächenentsiegelung ist eine zentrale Stellschraube in zahlreichen Landesstrategien, wie der Klimaanpassungsstrategie, der Biodiversitätsstrategie 2030 und dem Klimaaktionsplan. ‚Bremen pflastert ab!‘ zeigt, dass Bremer*innen selbst tätig werden und unsere Stadt vor Ort grüner und lebenswerter gestalten können,“ sagt Dr. Jasper Meya, Leiter des Regionalbüros Natürlicher Klimaschutz sowie Projektleiter bei der senatorischen Behörde. „Gerade die Umsetzung auf dem Schulhof bietet viele Synergien,“ so Meya. „Hier halten sich viele junge Menschen auf, oft gibt es auf Schulhöfen zu wenig Grün, zu wenig Schatten. Schulhöfe in grüne Oasen zu verwandeln ist unser Fernziel und deswegen freuen wir uns, hier zu unterstützen.“
Während sich der allererste Stein noch hartnäckig verkeilt und den Schüler*innen der Klasse 6 den ersten Schritt zu mehr Grün auf ihrem Pausenhof schwermacht, geht es im Anschluss ganz schnell. Dank großer Begeisterung und guter Teamarbeit, an der auch einige Elternteile beteiligt sind, setzte die Gruppe innerhalb von gut zwei Stunden die erste Phase des Abpflasterns um: Pflastersteine wurden aus der vorgesehenen Fläche entnommen, gesäubert, auf Paletten gestapelt, der Boden vorbereitet und schließlich ein Schacht für eine zusätzliche Befestigung am Rand des künftigen Beetes ausgehoben. Die Pflastersteine werden abtransportiert und im Anschluss an anderer Stelle weiterverwendet.
Natürlich schnürten auch Schulleiter Michael Rohdenburg und sein Stellvertreter Björn Tegge die Arbeitsschuhe und halfen selbst tatkräftig mit: „Uns ist wichtig, etwas für Klima und Umweltschutz zu tun,“ so Rohdenburg. „Da die Kinder die Entsiegelung selbst umgesetzt haben, nehmen sie die handwerklichen Fähigkeiten und darüber hinaus auch fachliches Wissen zu Biodiversität und Klimaanpassung mit und wir hoffen, dass sie auch außerhalb der Schule als Multiplikatoren am Ball bleiben“, so der Schulleiter.
Während der zweiten Etappe am 24. September wurden die Pflanzen gesetzt. Gepflanzt wurden etwa Lavendel, Zwergmargeriten, Malven, Minze und Thymian. Die Auswahl umfasst pflegeleichte, trockenheitsresistente Pflanzen, die verteilt über das ganze Jahr hinweg blühen und so insektenfreundlich sind und die Biodiversität fördern.
Angeleitet wurden die Mitmachworkshops vom Gartenbauunternehmen baumrausch, die Schulleitung beraten und die Aktion organisiert hat die Bremer Umwelt Beratung: „Klimaanpassung ist eine Gemeinschaftsaufgabe und unverzichtbar für unsere Zukunft“, so Dr. Nicole Murray, Geschäftsführerin der Bremer Umwelt Beratung. „Wer selbst schon mal entsiegelt und gepflanzt hat, versteht: Wir können unsere Zukunft aktiv mitgestalten. Ein entsiegelter Schulhof macht die Vorteile für alle erlebbar.“
Die Schüler*innen der Oberschule an der Helgolander Straße freuen sich über den neugestalteten Pausenhof. Hier gibt es jetzt ein Stück mehr Grün und damit auch mehr Abkühlung bei Hitze, mehr Versickerungsmöglichkeiten für Regenwasser und eine gesteigerte Aufenthalts- und Lernqualität. Und das ist laut Schulleiter Rohdenburg und seinem Stellvertreter Tegge erst der Anfang. Als nächstes soll mit Fördermitteln aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz ein etwa 600qm großer PikoPark auf einem Teil des Schulhofs entstehen. Als Schule, die intensiv an Klima und Umweltthemen arbeitet, sei es ihnen besonders wichtig, eine zukunftsfähige Schule zu gestalten – gemeinsam und für alle.
Hintergrund:
Die Entsiegelungs-Aktion an der Oberschule an der Helgolander Straße findet im Rahmen des Wettbewerbs „Bremen pflastert ab!“ statt. Der Wettbewerb wird von der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft organisiert, gemeinsam mit einem breiten Netzwerk aus Unterstützenden. Bremer*innen, die noch bis zum 31. Oktober Pflastersteine entfernen und stattdessen Abkühlung, Versickerungsmöglichkeiten für Regenwasser und Lebensraum schaffen, werden belohnt. Denn: Wer am Ende die meisten Steine entsiegelt, hat die Chance auf ein Preisgeld und Auszeichnungen wie die „Goldene Spitzhacke“ oder den „Grünen Roland“.
Der Wettbewerb ergänzt den bundesweiten Wettbewerb abpflastern.de um eine Kampagne auf lokaler Ebene.
Die Idee des Abpflasterns stammt aus den Niederlanden. Dort wurde 2020 der nationale Wettbewerb „NK Tegelwippen“ ins Leben gerufen. In Deutschland wurde 2025 erstmalig ein bundesweiter Wettbewerb „Abpflastern“ durchgeführt, initiiert von der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung Koblenz (HfGG). Der Wettbewerb abpflastern.de läuft jährlich vom 21. März bis zum 31. Oktober und motiviert Teilnehmende, Pflastersteine zu entfernen und für ihre jeweilige Kommune einzutragen. Jede entsiegelte Fläche zählt damit für die kommunale Gesamtbilanz. „Bremen pflastert ab!“ bringt diese Idee auf die lokale Ebene und motiviert dazu, direkt vor der eigenen Haustür aktiv zu werden.
Alle Infos zum Wettbewerb „Bremen pflastert ab!“ unter www.bremen-pflastert-ab.de
Bitte Suchbegriff eingeben