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07.09.2026
Unzureichende Wärmedämmung, fehlende Barrierefreiheit, alte Wand- und Deckenverkleidungen oder Bodenbeläge – viele ältere Wohnungen und Häuser entsprechen nicht mehr den heutigen Wohnstandards. Eine Modernisierung oder Sanierung ist daher oft dringend notwendig. Sie steigert den Wohnwert und trägt zur Sicherung der persönlichen Lebensqualität bei. Gerade unter diesem Aspekt lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Vor allem in Gebäuden, die vor 30 Jahren oder mehr errichtet wurden, finden sich mitunter schadstoffhaltige Bauteile. Bei einer Modernisierung ist es sinnvoll, neben der Verbesserung des energetischen und qualitativen Standards auch die Belastungen durch Schadstoffe zu vermindern oder zu beseitigen.
Wer als Haus- oder Wohnungseigentümer:in beziehungsweise als Mieter:in in Renovierungs- oder Sanierungsmaßnahmen investiert, kann gleichzeitig auch seiner Gesundheit Gutes tun. Wir verbringen heute rund 20 Stunden pro Tag in geschlossenen Räumen. Umso wichtiger ist es, dass wir uns dort ohne potenzielle Gefahren für unsere Gesundheit aufhalten können.
Beim Kauf, bei der Sanierung oder beim Renovieren kommen viele unterschiedliche Materialien und Produkte zum Einsatz. Welche Schadstoffe darin enthalten sind und an die Raumluft abgegeben werden können, ist für Verbraucher:innen häufig nicht eindeutig erkennbar.
In Innenräumen können sich Schadstoffe – abhängig von Lüftung, Raumnutzung und Emissionsquellen – zeitweise stärker anreichern als in der Außenluft. Zusätzliche Belastungen entstehen beispielsweise durch Möbel, Baustoffe, Reinigungsmittel, Kochen oder Tabakrauch.
Flüchtige organische Verbindungen, kurz VOC (Volatile Organic Compounds), sind organische, kohlenstoffhaltige Stoffe, die leicht verdampfen und gasförmig in die Raumluft übergehen. Sie kommen sowohl in natürlichen als auch in synthetischen Stoffen vor, beispielsweise in Farben, Lacken, Kunststoffen und Lösungsmitteln. Auch Möbel, Teppiche und Textilien können VOC freisetzen.
Je nach Stoff und Konzentration können VOC Kopfschmerzen sowie Reizungen der Schleimhäute und Atemwege verursachen. Einige können das Hormonsystem beeinflussen oder krebserregend sein. Auch natürliche VOC wie Terpene, die für den typischen Holzgeruch sorgen, oder Limonen mit seinem zitronigen Duft können bei empfindlichen Menschen die Atemwege reizen oder allergische Reaktionen auslösen.
Formaldehyd ist ein bekanntes Beispiel. Es wird unter anderem als Bindemittel bei Holzwerkstoffen wie Span- und Sperrholzplatten eingesetzt und kann aus Möbeln und Fußböden in die Raumluft gelangen. Das krebserregende VOC Benzol kann unter anderem in Farben, Lacken, Lösungsmitteln und Kunststoffen vorkommen.
Viele VOC werden als Zusatzstoffe in Bauprodukten eingesetzt. Auch Bodenbeläge und Möbel können über längere Zeit flüchtige Stoffe und andere Schadstoffe an die Raumluft abgeben. Geprüfte Umwelt- und Gesundheitszeichen bieten beim Einkauf eine gute Orientierung. Wer bewusst emissionsarme sowie umwelt- und gesundheitsverträgliche Produkte auswählt, kann die Schadstoffbelastung in Innenräumen verringern.
Bildquelle: michaelathiede, pixabay.com
Weitere Informationen:
Ökotest, Heft 07/2026
Schadstoffuntersuchungen bietet das Bremer Umweltinstitut an
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