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06.01.2026
Die Folgen des Klimawandels prägen bereits jetzt unseren Alltag – etwa in Form von Starkregen, Hitzeperioden und Trockenheit. Um Klimafolgen zu begegnen und das Land Bremen widerstandsfähig gegen Extremwetterereignisse zu machen, hat die Bremer Umwelt Beratung e.V. in 2025 zahlreiche Projekte umgesetzt, die maßgeblich zur Klimaanpassung in Bremen beitragen.
Bremen wird Schwammstadt – um widerstandsfähig gegenüber den Folgen des Klimawandels zu sein. Daher gibt es seit Januar 2025 das Förderprogramm Schwammstadt, aufgelegt durch die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft (SUKW). Gestalten Privatpersonen, soziale Einrichtungen oder Unternehmen ihre Gebäude und Grundstücke so um, dass diese besser vor den Folgen des Klimawandels geschützt sind, können sie über das Förderprogramm Schwammstadt bis zu 6.000 Euro Förderung hierfür erhalten. Das Team der Bremer Umwelt Beratung e.V. (BUB) berät dazu, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und unterstützt bei der Antragstellung.
Zu den geförderten Maßnahmen gehören Dachbegrünung, Fassadenbegrünung, Entsiegelung von Flächen und der Bau von Anlagen zur Nutzung von Regen- oder Grauwasser. Seit Beginn des Jahres 2025 wurden mehr als 60 Förderanträge gestellt. Zuschüsse für Dachbegrünungen wurden dabei am häufigsten beantragt, gefolgt von solchen für Entsiegelungen.
Wer jedoch noch gar nicht weiß, welche Klimaanpassungsmaßnahmen auf dem eigenen Grundstück sinnvoll sein könnten, kann ein Angebot der BUB nutzen, das im März 2025 gestartet ist. Im Rahmen des Projekts „Herausforderungen begegnen, Chancen nutzen – Zeit für Klimaanpassung“ beraten die Expert*innen der Bremer Umwelt Beratung Bremer*innen jeweils direkt vor Ort. Dabei werden die Gegebenheiten des Grundstücks und Gebäudes beleuchtet, die Ergebnisse sowie mögliche Anpassungsmaßnahmen anschließend in einem individuellen Bericht zusammengefasst. Wem also nach Starkregen der Keller vollläuft, der profitiert möglicherweise von einem erhöhten Lichtschacht und dem Einbau einer Rückstauklappe. Wer das eigene Haus bei Hitze herunterkühlen möchte, der kann eine Fassadenbegrünung anbringen – und schützt so sein Eigentum und leistet zugleich einen Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas und der innerstädtischen Biodiversität.
Der Förderbescheid zum Projekt wurde der Bremer Umwelt Beratung von der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft bei einem Besuch im Sommer 2025 feierlich überreicht. Die Förderbank, BAB, begleitet das Vorhaben im Rahmen des Zentralen Umsetzungsprogramms Klimaanpassung (ZUP).
„Wir freuen uns, dass wir unser Angebot ausbauen und unser Team um drei Fachkräfte ergänzen konnten“, sagt Dr. Nicole Murray, Geschäftsführerin der Bremer Umwelt Beratung. „So können wir Bremer*innen noch umfassendere Unterstützung bei der Klimaanpassung bieten. Die Folgen des Klimawandels betreffen uns alle, daher sind auch wir alle gefragt, Maßnahmen zu ergreifen, um diesen zu begegnen“, so Murray. „Wir übersetzen unser Fachwissen in konkrete, machbare Schritte und erleichtern es Bremer*innen so, Vorsorge zu treffen.“
Klimaanpassung in den Stadtteilen: Zahlreiche Projekte für mehr Grün in Bremen
Neben den kostenfreien, anbieterunabhängigen Beratungsangeboten zum Förderprogramm Schwammstadt sowie zur Klimaanpassung hat die BUB 2025 diverse Beiträge dazu geleistet, dass Bremens Stadtteile grüner werden.
Im April etwa hat das Team der BUB gemeinsam mit engagierten Bremer*innen und in Kooperation mit der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Huchting eine 12qm große Fläche entsiegelt und begrünt. Graue Betonplatten sind rund 150 Pflanzen gewichen. Grün statt Graubeton. Abkühlung statt Hitze. Regenwasser, das versickert, statt das Gelände zu überschwemmen. Angeleitet wurde die Umgestaltung von der Gartenplanerin Ulli Møller, die Aktion fand im Kontext der Umweltaktionstage Huchting statt.
Blühwiese und PopUp Grün in Gröpelingen
Im Rahmen des EU-Interreg-Projekts Biodiverse Cities wurde es im Mai 2025 in Gröpelingen ebenfalls bunt, grün und artenvielfältig: Gemeinsam mit Schüler*innen der Grundschule Auf den Heuen hat die BUB im Gewerbegebiet Riedemannstraße/Reiherstraße eine 60qm große Fläche in eine Blühwiese verwandelt – und so einen wertvollen Lebensraum für Insekten geschaffen.
Zudem wurde auf dem Bürgermeister-Ehlers-Platz zum zweiten Mal das PopUp Grün aufgebaut: 16 mobile Hochbeete haben den gepflasterten Platz zu einem begrünten, artenreichen und kreativen Raum des Austauschs gemacht. Sechs Kindergartengruppen aus Gröpelingen konnten Spannendes über Insekten und ihre wichtige Rolle im Ökosystem lernen. Auch wurden Workshops zur kreativen Naturerfahrung angeboten – in Kooperation mit SUKW und BUND. Um dauerhaft Biodiversität im Stadtteil zu verankern, wurden die Beete zum Start der kommenden Saison an soziale Einrichtungen in Gröpelingen verschenkt.
Klimaanpassung in Bremen Mitte und Hemelingen
Auch im Spätsommer hat die BUB Klimaanpassung praktisch erfahrbar werden lassen: Gemeinsam mit zehn Bremer*innen konnte im September das Dach einer Doppelgarage in Hemelingen begrünt werden. Der Fokus dabei: Teilnehmende mit dem nötigen Wissen und der praktischen Erfahrung ausstatten, um kleine Dachflächen selbst begrünen zu können und so Klimaanpassung aktiv mitzugestalten. Die Fläche wurde von der ESPABAU eG zur Verfügung gestellt. Angeleitet wurde der Workshop von Landschaftsgärtner Volker Kranz, Co-Inhaber der Baumrausch GmbH & Co. KG. Ein ähnliches Projekt wurde im Vorjahr in der Neustadt umgesetzt, aufgrund der hohen Nachfrage wurde der Workshop erneut angeboten.
Ebenfalls im September ist die 7-teilige Veranstaltungsreihe „Der klimaangepasste Garten: Dem Klimawandel mit mehr Grün begegnen“ gestartet, die Reihe wird in 2026 fortgesetzt. Beleuchtet wird hier die Frage, wie sich diverse Herausforderungen – etwa nasse oder trockene Böden – bewältigen lassen und wie auch kleine Gärten zu grünen Oasen werden können. Highlight ist ein Planungsworkshop am 26. April 2026, bei dem die Teilnehmer*innen ihre Gärten individuell gestalten können. Angeleitet wird dies durch „Bremens Chefgärtner“ Hartmut Clemen, dem ehemaligen Leiter des Lehr- und Erlebnisgarten des Landesverbandes der Gartenfreunde.
Maßgeblicher Beitrag zur Klimaanpassung
Durch ihre Projekte, Workshops, Infostände, Vorträge und kostenfreie Beratung leistet die Bremer Umwelt Beratung einen essentiell wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung in Bremen. Das Angebot umfasst zudem die Umweltberatung für Bremer Bürger*innen sowie den wöchentlich erscheinenden Umwelttipp. Auch ist die Einrichtung Teil des Bremer Netzwerk Schimmelberatung, welches darüber informiert, wie sich Schimmelbildung im Wohnraum verhindern lässt und regelmäßig den „Aktionstag gegen Schimmel“ organisiert.
Das Team der BUB freut sich auf ein erfolgreiches Jahr 2026 voller Kooperationen mit engagierten Bremer*innen, Netzwerkpartner*innen und Institutionen, um Bremen auch weiterhin gemeinsam zur klimaangepassten Schwammstadt umzugestalten.
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