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24.07.2026
In Flüssen und im Grundwasser werden weiterhin immer mehr Medikamentenrückstände nachgewiesen. Aktuelle Untersuchungen des Umweltbundesamts und anderer Forschungseinrichtungen bestätigen, dass mindestens 414 verschiedene Arzneimittelwirkstoffe und deren Abbauprodukte in der deutschen Umwelt nachweisbar sind. Vor allem sind die Rückstände in Kläranlagenabläufen, Bächen, Flüssen und teilweise auch im Grund- und Trinkwasser zu finden. Das mengenmäßig größte Problem stellen nach wie vor Blutdrucksenker, Antidiabetika, Psychopharmaka und durchblutungsfördernde Mittel dar.
Etwa ein Drittel der Stoffe gelangt ins Abwasser, weil Verbrauchende Arzneimittelreste in die Toilette schütten – obwohl dies explizit vermieden werden sollte. Werden Medikamente nicht mehr benötigt oder ist ihre Haltbarkeit abgelaufen, müssen sie ordnungsgemäß entsorgt werden. Die Tabletten, Cremes und Säfte dürfen weiterhin in der Restmülltonne entsorgt werden, da die Müllverbrennungsanlagen mit hohen Temperaturen für eine sichere Zerstörung der Wirkstoffe sorgen. Wichtig bleibt, dass die Medikamente für Kinder unzugänglich bleiben, etwa durch Einwickeln in Zeitungspapier.
Zwei Drittel der Medikamente im Abwasser gelangen jedoch unvermeidbar dorthin: Viele Wirkstoffe sind schlecht abbaubar und werden vom menschlichen Körper unverändert ausgeschieden. So gelangen jährlich Tonnen von Humanarzneimittelwirkstoffen über Kläranlagen in die Umwelt, da diese vielen Stoffe nicht vollständig zurückhalten können. Besonders stabil sind etwa Röntgenkontrastmittel oder Antibiotika, die zu 70 Prozent unverändert ausgeschieden werden.
Nur wenige Kläranlagen in Deutschland verfügen über eine vierte Reinigungsstufe mit Aktivkohlefiltern oder Ozonbehandlung, die hier Abhilfe schaffen könnten. Die Europäische Union plant, solche vierten Reinigungsstufen ab 2035 vorzuschreiben, doch der Entwurf der kommunalen Abwasserrichtlinie ist noch nicht beschlossen. In der Schweiz ist die Elimination von Spurenstoffen bereits seit 2016 vorgeschrieben.
Bildquelle: Arek Socha, pixabay.com
Weitere Informationen:
Arzneimittel-Entsorgung richtig gemacht
Hintergrundinformationen des Umweltbundesamtes
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