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21.07.2025
Keramische Fliesen sind langlebig, feuchtigkeitsresistent und pflegeleicht. Ideal für Küchen, Bäder und WC-Räume. Im Vergleich zu Bodenbelägen, wie Teppich oder Holz sind sie wesentlich langlebiger und müssen seltener ausgetauscht werden, was Abfall reduziert. Allerdings erfordert ihre Herstellung viel Energie, und der Abbau mineralischer Rohstoffe kann ökologische Folgen haben.
Wie alle mineralischen Baustoffe enthalten Fliesen geringe Mengen natürlich vorkommender radioaktiver Stoffe wie Uran-238, Thorium-232 und Kalium-40. Die Konzentrationen hängen von der Herkunft und Zusammensetzung der Rohstoffe ab. Höhere Werte können bei Naturgesteinen wie Tuff oder Granit auftreten, während Ton, Sand und Kalkstein deutlich weniger radioaktive Elemente enthalten.
Bei älteren Fliesen, vor allem aus nichteuropäischer Produktion, sind erhöhte Schadstoffgehalte möglich. Früher kamen teils uranhaltige Pigmente zur Farbgebung zum Einsatz, ebenso wie industrielle Abfallstoffe wie Rotschlamm. Solche Stoffe sind heute in der EU verboten.
Moderne Glasuren sind in der Regel bleifrei oder enthalten nur fest eingebundene Metalloxide. Ihre Emissionen gelten im Alltagsgebrauch als unbedenklich. Der Essigsäuretest (EN-ISO 10545-15) wird für glasiertes Material mit möglichem Mundkontakt verwendet wie bei Geschirr oder Spielzeug. Für Baufliesen sind mechanische, chemische und ökologische Prüfungen entscheidend. Nachhaltig produzierende Unternehmen dokumentieren Umweltauswirkungen über Umweltproduktdeklarationen (EPD) oder Zertifikate. Umweltzeichen wie der Blaue Engel oder EMICODE EC1+ geben Sicherheit bei Kauf schadstoffarmer Fliesen.
Beim Entfernen alter Fliesen entsteht Staub, insbesondere durch Fugenmaterial. Um Atemwegsreizungen zu vermeiden, sollten Sanierungsarbeiten grundsätzlich mit geeignetem Atemschutz und Absaugung durchgeführt werden.
Bildquelle: Brett_Hondow, pixabay.com
Weitere Informationen:
Ökobilanzen und Umwelteinwirkungen von Bauprodukten, Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU)
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