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Lange Winterabende bieten die perfekte Gelegenheit, den eigenen Wohnraum neu zu gestalten. Ein einfacher Tapetenwechsel lässt sich schnell umsetzen, doch wie steht es um das Badezimmer? Wenn eine aufwendige Renovierung keine Option ist, bietet sich Fliesenlack als vielversprechende Lösung an. Oftmals lässt sich damit, sogar ohne Grundierung, in kurzer Zeit ein frisches Erscheinungsbild erzielen.
Dennoch gibt es einige Aspekte, bei denen Vorsicht geboten ist, wie eine Untersuchung von Ökotest zeigt, die 17 Marken unter die Lupe genommen hat.
Ein zentrales Problem sind bedenkliche Konservierungsmittel in den Lacken, die Bedenken hervorrufen. Zinkpyrithion und MIT (Methylisothiazolinon) sind beide Stoffe, die nachweislich negative Auswirkungen auf die Fortpflanzung haben können. Diese Chemikalien fanden sich in Produkten von Wilckens Aqua-PU, Decopro sowie den Eigenmarken von Toom und Vincent bei Hellweg und Renaulac (J. W. Ostendorf). Die betroffenen Lacke wurden mit der Note „ausreichend“ oder sogar „mangelhaft“ bewertet.
In einem getesteten Lack (Schöner Wohnen Pep Up) wurde zusätzlich Formaldehyd als Konservierungsmittel verwendet, das die Schleimhäute reizt und beim Einatmen als krebserregend gilt.
Während des Lackierens und auch beim Trocknen können zudem flüchtige organische Verbindungen (VOC) aus den Farben entweichen und die Raumluft belasten. Einige Herstellenden warben mit „lösemittelfrei“, obwohl ihre Lacke einen VOC-Gehalt von über 700 Milligramm pro Kilogramm aufwiesen.
Mit einigen nützlichen Tipps lässt sich das Streichen der Fliesen jedoch erleichtern. Damit der Fliesenlack gut haftet, ist eine gründliche Reinigung des Untergrunds erforderlich, um Fett-, Silikon-, Kalk- oder Seifenreste zu entfernen. Auf Silikonfugen kann nicht gestrichen werden – diese sollten vorab entfernt werden. Auf zementgebundenen Fugen haftet der Lack hingegen problemlos. Beim Anrauen der Fliesen mit Schleifpapier sollte eine P2-Maske mit Staubfilter getragen werden. Der Fliesenlack sollte in einem gut belüfteten Raum und mit entsprechender Schutzkleidung aufgetragen werden. Benutzte Pinsel, Farbrollen und Farbreste müssen vollständig trocknen und dann im Hausmüll entsorgt werden. Übrig gebliebene Farbe zählt als Sondermüll und sollte beim örtlichen Entsorger abgegeben werden.
Weitere Informationen:
Ökotest, Heft 12/2025
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