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25.01.2026
Viele Menschen träumen von einem Kamin im eigenen Heim. Doch nicht immer lässt sich der Einbau eines klassischen Kaminofens mit Schornstein realisieren. Seit einigen Jahren sind daher dekorative Ethanol-Kamine und -Feuerstellen beliebt. Sie benötigen wenig Platz, sind vergleichsweise günstig und kommen ohne Schornstein aus. Einige Anbietende versprechen eine gemütliche Kaminatmosphäre und sogar Wärme – doch in der Praxis ist Vorsicht geboten.
Ethanol-Kamine dienen in erster Linie der Dekoration. Sie erzeugen offene Flammen ohne Abzug und erinnern optisch an einen echten Kamin, bieten jedoch keine nennenswerte Heizleistung. Beim Verbrennen von Ethanol entstehen neben Wasser und Kohlendioxid auch gesundheitsschädliche Stoffe wie Kohlenmonoxid, Formaldehyd, Benzol und Feinstaub, die direkt in die Raumluft abgegeben werden. Die Kohlendioxidkonzentration kann dabei selbst in gut belüfteten Räumen schnell ansteigen.
Die DIN-Norm EN 16647 legt Anforderungen an Design, Sicherheitshinweise und Prüfverfahren für ethanolbetriebene Dekorationselemente fest. Sie ist ein wichtiger Maßstab für Konstruktion und Kennzeichnung, schützt jedoch nicht vollständig vor Unfällen. Deshalb sollten Herstellende deutlich darauf hinweisen, dass die Geräte nicht zum Heizen geeignet sind und nur in ausreichend großen, gut belüfteten Räumen betrieben werden dürfen.
Ein zentrales Sicherheitsproblem ist die Brand- und Explosionsgefahr beim Befüllen oder Anzünden. Ethanol verdunstet bereits bei niedrigen Temperaturen und bildet leicht entzündliche Dämpfe. Wird es nachgefüllt, während der Brenner noch heiß ist oder Flammenreste vorhanden sind, kann es zu Stichflammen oder Explosionen kommen.
Zur Risikominderung empfehlen Brandschutzexperten, Ethanol-Kamine niemals unbeaufsichtigt zu betreiben, nur im vollständig abgekühlten Zustand nachzufüllen, für ausreichende Lüftung zu sorgen und ausschließlich den vorgesehenen Brennstoff zu verwenden. Brennbare Materialien sollten ferngehalten und geeignete Löschmittel bereitgestellt werden.
Ethanol-Kamine werden häufig als „Bio-Ethanol-Kamine“ beworben. Doch auch Bio-Ethanol ist hochentzündlich und kann bereits bei Zimmertemperatur leicht entzündliche Dampf-Luft-Gemische bilden – die Risiken unterscheiden sich daher nicht von denen herkömmlichen Ethanols.
Weitere Informationen:
Stiftung Warentest, online 01/2026
Fraunhofer 09/2014 Ethanolfeuerstellen - die unterschätzte Gefahr
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