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Akkus für Balkonkraftwerke speichern Sonnenenergie und machen sie unkompliziert für Haushaltsgeräte verfügbar. Theoretisch ist das ideal, denn gerade der höchste Stromverbrauch fällt oft in die Abendstunden. In der Praxis zeigen die Tests der Stiftung Warentest jedoch noch deutliche Schwächen. Drei von fünf getesteten Akkus erhielten die Bewertung „Mangelhaft“.
Positiv fällt auf, dass alle Speicher zuverlässig laden und entladen, egal ob bei klirrender Kälte oder großer Sommerhitze. Auch die Inbetriebnahme ist unkompliziert. Man steckt sie einfach in die Steckdose und kann sofort loslegen. Ein integrierter Wechselrichter wandelt den erzeugten Gleichstrom in haushaltsüblichen Wechselstrom um, sodass die Energie direkt ins Hausnetz fließen kann.
Trotzdem besteht bei allen Geräten Nachholbedarf. Ein Speicher mit rund zwei Kilowattstunden sollte eine herkömmliche Kühl-Gefrierkombination etwa drei Stunden lang betreiben können. Einige Modelle erreichen jedoch nur 1,54 Kilowattstunden, also gerade einmal 73 Prozent der angegebenen Kapazität.
Beim Wirkungsgrad schneiden die Geräte besser ab. Gemessen wurde, wie viel Energie beim Laden und Entladen verloren geht. Bei voller Leistung erreichen die Akkus 83 bis 88 Prozent, der Rest geht als Wärme verloren. Bei geringer Stromentnahme durch wenige Geräte fallen die Verluste etwas höher aus.
Auch die Reaktionszeit bei wechselnden Strombedarf ist nicht bei allen Geräten optimal. Wenn zum Beispiel der Staubsauger eingeschaltet wird, benötigen manche Speicher zu lange, um die geforderte Leistung stabil bereitzustellen. In dieser Zeit muss teurer Netzstrom einspringen.
Darüber hinaus überschreiten drei Modelle die Grenzwerte für elektromagnetische Störsignale. Die Folge sind knackende Radios, brummende Lautsprecher, flackernde Fernseher oder ein instabiles WLAN. Schuld daran ist der Speicher selbst, nicht der sogenannte „Hausgeist“.
Trotz wasserdichter Gehäuse empfiehlt sich ein regengeschützter Standort, zum Beispiel unter einem Vordach. Dringt Wasser in die Anschlüsse ein, kann es trotz IP65- oder IP66-Schutz im schlimmsten Fall zu einem Stromschlag beim Einstecken kommen.
Ungeachtet kleinerer Schwächen lohnt sich ein Balkonkraftwerk mit Speicher in der Regel. Komplett-Sets aus Solarmodulen und Speicher kosten aktuell zwischen 700 und 1.500 Euro. Die Anlagen amortisieren sich oft innerhalb von zwei bis vier Jahren.
Weitere Informationen:
Stiftung Warentest Heft 4/2026
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