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04.01.2026
Frischer Schmutz aus Soßenspritzern und Essensresten im Backofen lässt sich am besten kurz nach dem Gebrauch entfernen, solange die Ofenwände noch lauwarm sind. In stressigen Feier- oder Urlaubszeiten wird das jedoch oft aufgeschoben. Tage oder sogar Wochen später werden die eingetrockneten Krusten und zähen Fettfilme dann zu einer echten Herausforderung.
Öko-Test hat erneut Backofenreiniger untersucht und auch Hausmittel wie Salz, Zitronensaft oder Backpulver geprüft. Wunder darf man von keiner Methode erwarten. Bei leichter Verschmutzung können die sanften Alternativen jedoch einen Versuch wert sein und chemische Reiniger überflüssig machen.
Backofenreiniger werden meist als Gel oder Schaum aufgetragen. Sie enthalten stark alkalische Laugen, die mit dem eingebrannten Schmutz reagieren und Fette in wasserlösliche Bestandteile aufspalten. Dieser Vorgang wird Verseifung genannt. Manche Produkte setzen zusätzlich weitere fettlösende Substanzen ein. Das Wirkprinzip ist effektiv, macht die Reiniger jedoch bei Haut- oder Augenkontakt stark ätzend.
Bei der Anwendung sollten daher unbedingt Schutzhandschuhe, möglichst auch eine Schutzbrille, getragen und die Küche gut gelüftet werden. Gelangt das Mittel auf Haut oder in die Augen, muss sofort gründlich mit viel Wasser gespült werden. Abgesehen von diesen Sicherheitsaspekten bemängeln die Tester bei den meisten Produkten die Inhaltsstoffe kaum, weisen aber weiterhin auf ihre grundsätzliche Gefährlichkeit hin.
Im Praxistest stand erneut die Reinigungsleistung im Mittelpunkt. Mehr als die Hälfte der geprüften Produkte schnitt gut ab. Wichtig ist, den Reiniger nicht zu dick auf senkrechte Flächen aufzutragen, da schwerer Schaum sonst abrutscht, bevor er lange genug einwirken kann. Besser ist es, alle Flächen gleichmäßig und sparsam zu benetzen. Beim Abspülen sollte ausreichend Wasser verwendet werden, sonst wird das gelöste Fett nur verteilt. Um mögliche Rückstände zu entfernen, empfiehlt es sich, den Backofen anschließend gut zu lüften und einmal leer bei hoher Temperatur aufzuheizen.
Eine sehr bequeme technische Lösung bieten selbstreinigende Herde mit Pyrolysefunktion. Dabei wird die Bratröhre auf bis zu 500 °C aufgeheizt. Bei diesen hohen Temperaturen und relativ geringer Luftzufuhr verbrennen Rückstände oder verschwelen zu Asche, die nach dem Abkühlen einfach mit einem feuchten Tuch entfernt werden kann. Moderne Herde benötigen für einen solchen Reinigungsvorgang typischerweise zwischen etwa 2,3 und 5 kWh an Energie, teilweise sogar bis zu rund 7 kWh bei älteren Modellen je nach Gerät und Verschmutzungsgrad. Die Pyrolyse‑Selbstreinigung verbraucht also relativ viel Strom, was sich nicht unbedingt positiv auf die Ökobilanz auswirken muss, auch wenn gleichzeitig auf chemische Reinigungsmittel verzichtet werden kann. Öko-Test hebt in aktuellen Bewertungen hervor, dass der höhere Energiebedarf und damit verbundene Kosten die Umweltbilanz belasten können, vor allem wenn der Strom nicht aus erneuerbaren Quellen stammt.
Bildquelle: Hans pixabay.com
Weitere Informationen:
Öko-Test, Essen & Trinken 05/2021, Hausmittel
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